Lüttich: Zweiter Tag im Gasexplosionsprozess

Am zweiten Tag des Prozesses um die Gasexplosion 2010 in der Rue Léopold in Lüttich wurden am Dienstag die Angeklagten angehört.

Einer von ihnen war ein technischer Mitarbeiter der Stadt Lüttich, der aussagte, seinen Job korrekt ausgeführt zu haben. Er sei überzeugt davon, dass seine Arbeit nichts mit der Explosion zu tun habe, bei der 14 Menschen ums Leben kamen und 19 verletzt wurden.

Am Montag hatten Experten geurteilt, dass das Gebäude „baufällig, nicht in Ordnung und gefährlich“ sei. Ihnen zufolge war auch die Gasinstallation nicht konform.

Das bestritt der Angeklagte. Zwar hatte er mehrere Mängel an der Anlage festgestellt und den Eigentümer darüber informiert. Die Mängel seien aber zu späteren Zeitpunkten behoben worden. Er zeigte sich „überrascht“ und „verärgert“ über die Schlussfolgerungen der Experten.

Auch der Eigentümer des Hauses hat am Dienstag vor Gericht ausgesagt. Er erklärte, dass er alle Gas- und Strominstallationen in Ordnung gebracht habe, so wie es der städtische Dienst von ihm verlangt hatte. Er zeigte mit dem Finger auf den Lütticher Netzbetreiber und die Feuerwehr, die einige Tage vor der Tragödie wegen eines Gasalarms vor Ort gewesen waren. Diese hatten jedoch kein Problem feststellen können.

Insgesamt müssen sich derzeit vier Personen vor Gericht verantworten.

belga/lo

Ein Kommentar
  1. Linda Terren

    Wenn man den Artikel liest, hat man den Eindruck, die Angeklagten wären brave Schafe und alles sei in Ordnung. Keine Kritik an den armen Angeklagten. Einfach lächerlich. Bevor ihr sowas schreibt, solltet ihr mal an alle Opferfamilien denken, die 10 Jahre auf den Prozess gewartet haben.Unser Leid, unseren Frust über die unzähligen Verzögerungen, das Unverständnis, wie man mit den Opfern rumspielt.Seit 10 Jahren warten wir auf Antworten auf unsere Fragen, was wirklich passiert ist und wie das überhaupt möglich war. 10 Jahre! Im Saal saßen nur 3 Angeklagte, die in keinster Weise Reue und Mitgefühl gezeigt haben. Wie versteinert, eiskalt, ohne jegliche Regung. Eine Ohrfeige für alle Zivilparteien. Einen ganzen Vormittag haben wir eine Lüge nach der anderen gehört. Widersprüche mit dem vorher Gesagten und einen völligen Widerspruch mit fast allem, was diese Angeklagten kurz nach der Explosion in ihren Aussagen zu Protokoll gaben, als sie noch nicht angeklagt waren.