Die Partei: Hubert vom Venn geht in die Politik

Am 13. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Der Autor und Kabarettist Hubert vom Venn will in Aachen als Spitzenkandidat für die Satirepartei "Die Partei" antreten und auf den Oberbürgermeistersessel.

Hubert Vom Venn kandidiert für "Die Partei" (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Hubert Vom Venn kandidiert für "Die Partei" (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

„Mir ist das schon ernst mit der Politik. Wir sind nicht die ‚Auf-den-Arm-nehm-Gruppe‘, so definieren uns andere Parteien“, sagt Hans-Hubert Franke – alias Hubert vom Venn – im BRF-Interview. „Wir sind auch bereit, ernsthafte Politik zu machen.“

„Wir führen aber die bürgerlichen Parteien vor, die manchmal idiotische Slogans auf ihren Plakaten haben. Wir machen dann noch idiotischere Slogans. Zum Beispiel: ‚Doof!‘ oder ‚Bratwurst statt Backfisch.‘ Trotzdem haben wir ernsthafte Ziele. Da geht es um öffentliche Verkehrsmittel oder Wohnraum für Studenten.“

Die Mitglieder der „Partei“ wollen sich also konstruktiv einbringen. Aber Klamauk soll auch nicht zu kurz kommen. „Die Partei“ fordert einen CHIO auch für Einhörner. Da weiß man: Nicht jeder Programmpunkt wird umzusetzen sein!

„Wir fordern auch Bafög für Katzen. Viele Studenten haben ja Katzen. Und dann bleiben die nach Ende des Studiums in Aachen und müssen nicht mit nach Wiedenbrück oder Winsen an der Luhe.“

Junge Mitstreiter

„Meine Mitstreiter sind auch alles Spaßvögel. Die sind aber alle viel viel jünger. Mir liegt die Liste der jungen Leute mehr am Herzen als meine eigene Kandidatur. Ich hoffe, dass diese jungen Leute in den Rat reinkommen. Denn wo wir sitzen, sitzt mit Sicherheit keiner der Nazis.“

Sollte Hubert vom Venn aber tatsächlich Aachens neuer Oberbürgermeister werden, will er diesen Titel gleich streichen: „Ich bin kein ‚Ober‘ und ich bin auch kein ‚Meister‘. Ich möchte viel lieber nur Bürger sein.“

„Als erste Amtshandlung stelle ich den Schreibtisch auf den Aachener Marktplatz, wo sich jeder dran setzen kann, um mit mir einen Kaffee zu trinken.“

Manuel Zimmermann

11 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Lieber Hubert vom Venn.

    Ich wünsche Ihnen viel Glück bei der Wahl.

    Satire und Politik gehören untrennbar zusammen. Politik muss auf die Schippe genommen werden. Das ein Merkmal der Demokratie. Nur Diktatoren und Extremisten von Rechts und Links verstehen keinen Spaß. Dann macht es umso mehr Spaß, diese Herrschaften zu veräppeln. Klimaaktivisten eignen sich besonders gut dafür samt ihrer Ikone Greta.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Solche Spassparteien wie die anarchistische Pogopartei darf dann der ehrliche Steuerzahler auch noch bezahlen.

  3. Yves Tychon

    Und wenn H. vom Venn nicht genug Einhörner auftreibt, kann er ja ein CHIO für Eichhörnchen veranstalten.

  4. Lars Oskarsson

    So jemanden brauchen wir hier in Belgien nicht, denn unsere Politik auf einer föderalen Ebene ist auch so eine Lachnummer.
    Wer soll „die da oben“ überhaupt noch ernstnehmen?

  5. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Oskarsson

    Sie verwechseln da was. Hubert vom Verein ist Komiker also spezialisiert auf Komödien. Die belgische Politik ist dagegen eine Tragödie mit komischen Momenten. Und da weiß man manchmal nicht, ob man lachen oder weinen kann.

  6. Lars Oskarsson

    Herr Scholzen, Sie haben es auf den Punkt gebracht!

  7. Udo Laschet

    Vergessen wir alle bitte nicht die Geschichte von Jón Gnarr von der isländischen Spaßpartei ‚Besti flokkurinn‘. Als Bürgermeister der ehemals hochverschuldeten Hauptstadt Reykjavík benötigte der vorher hauptberufliche Komiker gerade einmal 3 ½ Jahre, um seine Stadt von allen Schulden zu befreien.

    Oftmals reicht eine andere Perspektive und ein anderer Blick auf die Dinge. Und: Vielleicht nehmen andere Politiker dann ja endlich Vernunft an, und reißen sich zusammen.

  8. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Laschet.

    Sie haben Recht.

    Ein anderer Blickwinkel, ein Paradigmenwechsel kann schon viel bewirken. Die aktuelle politische Krise in Belgien ist nur so zu bewältigen. Die gescheiterten neoliberalen Ideen haben ausgedient, sich als unbrauchbar erwiesen. Jetzt sind neue Ideen gefragt, denn mit Methoden von gestern kann man das Morgen nicht gestalten.

    Mein Lieblingsslogan der Partei „die Partei“ lautet „Inhalte überwinden !“.

  9. Norbert Schleck

    Der isländische Wunderknabe Jon Gnar als Vorbild?
    Kleiner Auszug aus einem Interview mit der SZ:
    „Der größte Erfolg war die Strukturreform des städtischen Energieunternehmens. An die Reform hatte sich zuvor keiner rangetraut, obwohl die nahezu bankrott waren. Es ist das mit Abstand größte Unternehmen in Reykjavik. Wir haben uns sofort nach der Wahl einen Rettungsplan überlegt: Stromkosten erhöhen, Leute entlassen und dem Unternehmen die Steuern erlassen.“
    Das hat er dann auch durchgezogen. Da er sowieso vorhatte, bei den nächsten Wahlen nicht mehr anzutreten, war es ihm egal, dadurch an Popularität einzubüssen.
    Ein solcher Rettungsplan würde auch uns hier guttun, nicht wahr: Steuern für die Bürger rauf, für die Unternehmer runter, Personalkosten reduzieren durch Entlassungen oder Lohnkürzungen, Sozialleistungen streichen oder kürzen?
    Aber bitte nicht gleich meckern!

    Hubert vom Venn, der Mann der Stunde?
    Aber da lese ich,, dass der nicht in OB, sondern in Aachen antreten wird. Schade… Uns bleibt also nur Balter und Co.

  10. HANS-JOACHIM DEMMLER

    Hallo Hubert!
    Was ist so schlecht an Winsen an der Luhe? Gerade dort sagen sich Fuchs und Hase, bzw. Hund und Katze gute Nacht!
    Vorsicht, mein Autokennzeichen: WL
    Achim

  11. Andrea Brüske

    Lieber Herr Hubert vom Venn,
    ich komme aus der Nähe von Mettmann und höre jeden Tag von morgens bis abends Radio 700. Gerade wieder Ihre freundliche charmante Stimme im Radio gehört. Ich habe selber zwei Kater (Brüderchen – beide 11 Jahre alt) und ich finde die Idee mit dem BAFÖG für Studenten die Katzen halten von Ihnen einfach phantastisch. Ich wünsche Ihnen viel viel Glück bei der Wahl und bleiben Sie so wie Sie sind und vor allem gesund.