St. Vith: Erster Markt in Ostbelgien seit Ausbruch der Corona-Krise

In St. Vith hat Dienstagvormittag wieder ein Markt stattgefunden - der erste in Ostbelgien seit Ausbruch der Corona-Krise. Der Nationale Sicherheitsrat hatte vergangene Woche beschlossen, Märkte wieder zuzulassen.

Wieder Markt in St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Wieder Markt in St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Erst einmal Hände desinfizieren – auch draußen auf dem Markt ist Hygiene oberstes Gebot. Hygiene und Abstand halten: In St.Vith hat man dazu ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Viel Zeit blieb dafür nicht. Erst vergangenen Mittwoch hatte der Nationale Sicherheitsrat den Beschluss gefasst, Märkte wieder zuzulassen.

Für die Umsetzung waren die Bürgermeister verantwortlich. „Wir haben sehr viele Vorkehrungen getroffen. Vor allen Dingen haben wir auf dem Markt eine Einbahn gemacht“, erklärt Bürgermeister Herbert Grommes.

„Wir haben auch dafür gesorgt, dass die Stände nur an einer Seite der Straße stehen, sodass die Leute sich nicht begegnen und immer in einer Richtung gehen. So kann der notwendige Abstand zwischen den Leuten gewahrt werden“, so Grommes.

Markierungen, Pfeile und Schilder zeigen, wo es lang geht. Und Polizeibeamte helfen den Marktbesuchern, wenn sie nicht zurecht kommen. Maskenpflicht besteht nur für die Händler. Den Kunden wird das Tragen einer Maske aber empfohlen. Die Schutzmaßnahmen scheinen die gute Laune der Marktbesucher aber nicht zu trüben.

Bis zu 50 Händler hat der Nationale Sicherheitsrat für die Märkte zugelassen. Nach St.Vith sind 35 Händler gekommen – nur halb so viele wie sonst. Für den Obst und Gemüse-Händler Jobkenne aus Thimister ist es der erste Markt seit Wochen.

„Wir sind sehr froh, wieder zum Markt fahren zu können. Wir sind immer in St.Vith und in Eupen. Heute war der erste Markttag, und man sieht, dass die Leute gerne kommen“, sagt Patrick Jobkenne. Ihre Ware ist etwas teurer als sonst. Das hänge auch mit fehlenden Erntehelfern aus Osteuropa zusammen.

Das Problem kennt auch Ronny Ghislaine aus Sint Truiden. Er kommt mit Erdbeeren und Spargel vom eigenen Hof nach St. Vith. „Wir haben Helfer aus dem Ausland, aber sie dürfen nicht einreisen. Jetzt helfen die Familie und Menschen aus der Umgebung. Aber es wird dieses Jahr viel auf dem Feld liegen bleiben“, erklärt Ronny Ghislaine.

Das Organisationsteam des St. Vither Marktes freut sich, dass alles reibungslos verläuft. „Die Händler reagieren sehr gut und auch 99 Prozent der Kunden sind sehr zuvorkommend und folgen den Anweisungen“, erklärt Marktmeister Erwin Hannen.

„Heute morgen hat mir allerdings ein Besucher einen Vogel gezeigt. Er hat gesagt: Was macht ihr denn hier für einen Blödsinn. Und ich habe gesagt: Wenn das dir nicht gefällt, dann musst du eben nach Hause gehen.“

„Wenn man ein Reglement hat, muss man das ja auch ein bisschen befolgen. Der Sinn ist ja, dass die Leute nicht kreuz und quer laufen.“ Das Konzept scheint aufgegangen zu sein. Und damit war der erste Markttag ein gelungener Auftakt in St.Vith.

Wieder Markt in St. Vith (Bild: Michaela Brück/BRF)

Bild: Michaela Brück/BRF

mb/km

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