Online shoppen geht auch lokal: Ostbelgische Händler auf Webshop-Plattform

Online shoppen oder doch lieber lokal einkaufen? Ostbelgier sollen sich bei dieser Frage nicht mehr für nur eine Option entscheiden müssen. Auf der Internet-Plattform lokaleinkaufen.be soll beides möglich sein. Dort können Einzelhändler aus der DG ihre Produkte online anbieten. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von dem Eupener Unternehmen "Horeca-Gerkens".

Die Startseite von lokaleinkaufen.be (Screenshot)

Die Startseite von lokaleinkaufen.be (Screenshot)

Kleidung, Elektronik, Kosmetik und sogar Lebensmittel – alles auf einer Webseite. So etwas gibt es nicht nur bei multinationalen Online-Riesen, sondern auch auf lokaler Ebene – seit kurzem auch in Ostbelgien.

Ins Leben gerufen wurde lokaleinkaufen.be vom Eupener Betrieb Horeca-Gerkens. Am Anfang war der Shop aber nur für Kunden aus der Gastronomie gedacht. „Die Plattform haben wir vor ungefähr einem Jahr gestartet“, erklärt Horeca-Gerkens-Geschäftsführer William Gerkens.

„Die Idee war eigentlich von meinen Kunden, den Großküchen, gekommen, die lokal einkaufen wollten. Wir haben dann im September 2019 mit der Zentralküche in Eupen angefangen.“

Doch seit Mitte März ist der normale Betrieb lahm gelegt – wie in vielen Geschäften. Und so kam dem Team von Horeca-Gerkens die Idee, den bereits bestehenden Shop zu erweitern und ostbelgischen Händlern online eine Plattform zu bieten.

Das Team ist von dem Projekt überzeugt und versucht nun, Einzelhändler für die Sache zu gewinnen. „Jeder ist bei uns willkommen und wir freuen uns bei jedem, der mitmacht“, sagt Mitarbeiterin Carmen Emonts. „Eine Webseite ist nur gut, wenn Leben drauf ist und je mehr Händler mitmachen, desto besser wird sie gepflegt und desto mehr Kunden wird sie den einzelnen Händlern vielleicht bringen.“

Mittlerweile sind zehn Geschäfte auf der Seite vertreten. Andere sind dabei, ihr Sortiment aufzulisten und zu fotografieren. Mehr sei auch nicht nötig, sagt Michael Liessem vom Eupener Informatik-Unternehmen Eulogic. Er hat beim Aufbau der Seite geholfen. „Mittels eines klassischen Excel-Imports können wir auf einen Schlag Hunderte Artikel hochladen“, erklärt er. „Im Nachhinein kommt dann noch das Einpflegen der Fotos, was aber auch nicht kompliziert ist. Das kann die Einkaufszentrale wunderbar übernehmen.“

„Wenn wir heute die Liste bekommen, dann sind die Sachen spätestens morgen online“, so Liessem weiter.

Momentan müssen die Händler dafür nicht zahlen. Ein Angebot, das bei den Teilnehmern gut ankommt. „Es ist eine direkte Ansprechperson da, die sich um alles kümmert“, erklärt Sally de Bruecker, die auf der Seite Pflegegutscheine und Kosmetikprodukte anbietet. „Es ist einfach total einfach gehandhabt – und es ist im perfekten Moment gekommen.“ Wie viele musste auch sie ihr Geschäft in der Corona-Krise umstellen und liefert Bestellungen momentan selbst aus.

Doch unabhängig von den Zwangsschließungen der Geschäfte: Online-Handel sei die Zukunft. „Die meisten sagen: ‚Wir machen bald auf. Lohnt sich das überhaupt noch mitzumachen?‘ Auf jeden Fall“, sagt Jessica Reul von Horeca-Gerkens. „Man muss immer auch an die Zukunft denken. Und so ein Webshop kann immer bestehen.“

Sie und ihre Kollegen stehen hinter dem Projekt lokaleinkaufen.be und hoffen, dass bald noch mehr Händler hinzukommen. In einigen Monaten wollen sie eine Zwischenbilanz ziehen und schauen, wie sie den lokalen Webshop weiterführen werden.

rasch/mg

2 Kommentare
  1. Sybille Müller

    Schön und gut – kann es iwo auch nachvollziehen das die belg. Einzelhändler somit ihre Existenz retten/aufrecht erhalten wollen , nur viele können es sich eben 》nicht mehr 《 leisten in Belgien einzukaufen ! Hier wird nun mal alles teurer . Menschen mit kleinem Butget müssen darauf achten wo sie einkaufen…

  2. Anja Wotschke

    @Sybille Müller, wenn die Menschen mit kleinem Budget das auch dürften und nicht durch geschlossener Grenzen daran gehindert würden. Denn denke mal dass die belgischen „Lebensmittelbanken“ so wie wohl auch die Deutschen Tafeln auch massiv unter grossem Mangel an Lebensmittelspenden zu leiden haben. Wobei zu diesen hat ja auch nicht ein jeder da Recht hinzugehen.