Eupener Krankenhaus: Erster Corona-Todesfall und Anstieg an Infektionen

Am Donnerstag musste das Eupener St.-Nikolaus-Hospital das erste Corona-Todesopfer bekanntgeben. Die allgemeine Entwicklung in Belgien und Europa sei somit auch in Eupen angekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Was das für das Eupener Krankenhaus bedeutet, damit hat sich die Führung am Donnerstag in einer Krisensitzung befasst.

Bild: Manuel Zimmermann/BRF

St. Nikolaus-Hospital Eupen (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Eupen seinen ersten Todesfall zu beklagen hat. Am Donnerstagvormittag verstarb hier im St.-Nikolaus-Hospital der erste Patient an der Lungenkrankheit Covid-19. Das Krankenhaus spricht den Angehörigen des Toten sein tiefstes Beileid aus.

Das Krankenhaus verzeichnete auch einen sprunghaften Anstieg bei den Infektionen. Bis Donnerstagmorgen (zehn Uhr) wurden 152 Patienten auf das Coronavirus getestet: 30 waren positiv, 93 negativ. Bei 27 Patienten wartet das Krankenhaus noch auf das Ergebnis.

Der Ausbau der Kapazitäten des Krankenhauses ist nun mehr denn je in vollem Gange. „Wir haben drei Stationen leergeräumt, um genug Covid-Patienten empfangen zu können. Jetzt haben wir eine Station schon fast voll“, erklärt Chefarzt Frédéric Marenne. „Wir sind jetzt bereit, die zweite Station aufzumachen. Das war auch schon geplant.“

13 Patienten werden auf der neuen Covid-19 Station versorgt, fünf weitere liegen auf der Intensivstation. Allerdings können die Zahlen sich stündlich verändern. Auch unter den Ärzten und Pflegekräften haben sich schon einige infiziert.

Sorgenkinder: Masken und Tests

Für das Personal steht dafür der Selbstschutz aktuell an oberster Stelle. Stichwort Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel. „Dank der Firma Filterservice haben wir 400 Liter Desinfektionsmittel bekommen, mit denen wir ausreichend versorgt sind“, so Marenne.

„Die Masken hingegen sind ein Problem. Wir hatten eine Lieferung von De Block, vom föderalen Ministerium, aber diese Masken sind nicht zu gebrauchen, denn das obere Stück, was die Maske normalerweise festmacht, ist aus Gummi.“ Die Masken müssen aber auch nach oben hin komplett geschlossen sein, also auf Nase und Wangen aufliegen, damit keine Speicheltropfen nach außen gelangen kann.

Ein weiteres Sorgenkind für die Ärzte sind die Corona-Tests. „Bei den Test sind wir immer noch sehr armseelig dran. Wir müssen noch immer 48 Stunden warten, bis wir ein Resultat haben“, erklärt Marenne. „Das heißt, wir untersuchen unsere Patienten und wir vermuten eine Covid-19-Infektion, indem wir einen Scan von der Lunge machen. Wenn dann ein typisches Bild auf dem Scanner zu sehen ist, gehen wir davon aus, dass der Patient Covid hat. Dann kommt er bei uns auf die Covid-Verdächtige-Station und bleibt dort, bis sich der Test als positiv oder negativ erwiesen hat. Die positiven Fälle kommen dann auf die Covid-Bestätigte-Station.“

Dabei gibt es bereits einen Test, der innerhalb von nur 15 Minuten ein Ergebnis liefern kann. Einem Ankauf dieser Test steht aktuell jedoch noch die Freigabe durch das Gesundheitsministerium im Weg.

Nicht ins Krankenhaus kommen

Damit angesichts dieser noch großen Hürden die Versorgung der infizierten Patienten gewährleistet sein kann, ist es unerlässlich, dass sich aktuell so wenig Personen wie möglich infizieren. „Was man auf jeden Fall meiden soll, ist ins Krankenhaus zu kommen, um eine Bestätigung zu bekommen. Bitte den Hausarzt anrufen!“, appelliert Marenne an die Bevölkerung.

„Wir haben sehr viel mit den Hausärzten gesprochen, sie ausgebildet und mit Material ausgestattet, damit sie zur Verfügung stehen, um die Bevölkerung zu Hause und am besten auch in den Heimen zu versorgen. Damit können wir die Aufgaben in dieser aktuellen Krise auf alle beruflichen Kräfte verteilen – ich glaube, so können wir das schaffen.“ Und das ist auch notwendig, denn die Zahl der Infizierten wird weiterhin steigen.

vk/sd/mg

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