Yoga im Kindergarten: Eine Schule in Eupen macht es vor

Seit etwas mehr als drei Jahren zählt Yoga zum immateriellen Weltkulturerbe der Unesco. Und in unserer schnelllebigen und hektischen Zeit suchen und finden viele Menschen in Europa einen Ausgleich in den traditionellen geistigen und körperlichen Übungen dieser östlichen Philosophie. Nicht nur gestresste Menschen entdecken Yoga für sich, sondern auch Kinder. Auch ein Eupener Kindergarten bietet schon etwas länger Yoga an.

Seit anderthalb Jahren wird im Kindergarten der Eupener Pater-Damian-Schule Yoga praktiziert. Auch die Kleinsten wissen Bescheid. Mindestens ein- bis zweimal pro Woche geht es für sie in kleinen Gruppen auf die Yogamatte.

„Wir haben eigentlich festgestellt, dass es für die Kinder wichtig ist, zwischendurch auch mal einen Ruhemoment zu haben. Sie sollen die Chance haben, in einem stressigen Kindergartenalltag kurz Ruhe zu finden“, erklärt Thierry Dodémont, Kindergärtner an der PDS Eupen. „Die Kinder sollen wissen: Hier bin ich sicher, hier kann ich ankommen. Das ist wirklich ein schönes Ritual.“

Eine Yogaeinheit im Kindergarten dauert etwa 20 bis 25 Minuten. Der Schwerpunkt liegt mehr auf Bewegung und Körperbeherrschung – kaum aufs Meditieren. Dennoch kommen die Kinder beim Yoga zur Ruhe.

Hier geht es nicht in erster Linie darum, gelenkiger zu werden, sondern darum, den Moment zu genießen. „Es geht mehr um den Entspannungsmoment, der für die Kinder sehr wichtig ist“, weiß Thierry Dodémont. „Viele Kinder haben viele außerschulische Aktivitäten. Vor allem in Zeiten von Medienüberfluss ist es gut, dass man in jungen Jahren lernt, sich Zeit für sich zu nehmen, um auch mal auszuschalten.“

Es geht also nicht um Effizienz oder messbare Erfolge, sondern einfach ums Mensch sein. Yoga hat sich hier im Kindergarten jedenfalls als festes Ritual etabliert. „Ich denke schon, dass das von den Kinder gut aufgenommen wird. Das ist auch kindgerecht aufgearbeitet. Jeder interpretiert Yoga für Kinder vielleicht auf die eigene Art. Aber an sich glaube ich, dass das den Kindern wirklich zusagt“, meint Thierry Dodémont.

Der Yogakurs im Kindergarten kommt gut an. Und eine positive Botschaft zur Stärkung des Selbstbewusstseins steckt auch dahinter. „Wenn in diesen jungen Jahren schon der Weg für Achtsamkeit geebnet wird, dann ist es im Erwachsenenalter einfacher. Wenn man als Kind schon lernt, dass das mein Recht ist und mir das zusteht, und nicht die Frage stellt, ob ich das wert bin, dann ist das eine gute Sache“.

Körper und Geist in Einklang bringen. Schaden kann das bestimmt nicht!

Wichtige Begriffe im Yoga

Asanas: Asanas ist der Oberbegriff für alle Stellungen und Übungen beim Yoga. Drei bekannte Asanas sind zum Beispiel die „Kobra“, ein Kopfstand, aber auch der „Sonnengruß“.

Mantra: Ein Mantra ist eine Wortfolge von heiligen Texten, die in der alten Sanskritsprache geschrieben wurden. Dem Rezitieren wird eine förderliche Wirkung auf das Bewusstsein nachgesagt. „Om Shanti Shanti Shanti“ ist eines der bekanntesten Mantras beim Yoga.

Namaste: Zu Beginn einer Yoga-Lektion begrüßt man sich mit „Namaste“ – der bekanntesten und verbreitetsten Grußform der hinduistischen Kultur. Sie ist ein Zeichen für tiefsten Respekt.

Om: „Om“ ist ein Symbol, aber auch ein Klang, der als Mantra gesungen wird. Das Rezitieren und Singen soll beim Yoga den Geist beruhigen und zur inneren Ruhe führen.

Shanti: Shantis sind Friedenswünsche, die oft am Anfang und Ende einer Yoga-Stunde wiederholt gesungen werden.

Manuel Zimmermann

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Ein Kommentar
  1. Gerd Meyer

    “ Einatmen
    und
    Ausatmen .
    Das ist schon Yoga !“
    hat mir mal ein alter Yogalehrer gesagt .

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