Neujahrsempfang der CSP

Anders als ihre Schwesterpartei CDH will die CSP in Ostbelgien nicht nach einem neuen Namen suchen, fühlt sich aber stark mit der CDH verbunden. Die CSP sieht sich als die Partei der Mitte, des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsens, der christlichen Werte und der Familie. Das wurde beim Neujahrsempfang der Partei in Worriken deutlich.

Pascal Arimont (Bild: Chantal Delhez/BRF)

Pascal Arimont beim Neujahrsempfang der CSP in Worriken (Bild: Chantal Delhez/BRF)

„Unsere Überzeugung ist unser Kompass“, sagte CSP-Präsident Pascal Arimont am Mittwochabend bei seiner Neujahrsansprache. Die CSP wolle in den nächsten Jahren weiter an den Herausforderungen arbeiten, die das Leben der Menschen in Ostbelgien betreffe.

Bei manchen dieser Herausforderungen warte die CSP schon seit Jahren auf gute Lösungen. Dabei ging Arimont unter anderem auf die mögliche Schließung der Eupener Entbindungsstation ein und sparte nicht an Kritik. „Ich bin erstaunt, dass man nicht verhindert hat, dass die Entbindungsstation Eupen überhaupt auf dieser Liste steht und dass man jetzt erst siebenseitige Briefe nach Brüssel schickt, um zu sagen: Das geht nicht“, so Arimont. „Das hätte man vorher machen müssen.“

Ein weiteres Thema, das der Partei seit Jahren ein Dorn im Auge ist, sind die ihrer Meinung nach mangelnden Französischkenntnisse im deutschsprachigen Landesteil. „Die Französischkenntnisse sind nicht so, wie wir das gerne hätten“, sagt Arimont. „Bei Lehrlingen oder den Leuten, die hier in den ostbelgischen Betrieben arbeiten, sind sie sogar richtig schlecht. Wir müssen ein Programm entwerfen, um das besser zu machen.“

Aber auch die Problembereiche, die die CSP immer wieder anführt, kamen zur Sprache. Dabei ging es um Wartelisten in Alten- und Pflegeheimen, um Tagesmütter und Kinderkrippen, Fachkräftemangel und Integration ausländischer Mitbürger. In Ostbelgien solle es vorwärts gehen, dafür müsse die Grundlage geschaffen werden.

Zu den Ehrengästen beim Empfang zählte auch der Malmedyer Bürgermeister und CDH-Vizepräsident Jean-Paul Bastin. Er kam unter anderem auf seine Verärgerung bei einem Festakt im Senat zu 100 Jahre Ostbelgien zurück. Dabei seien Malmedy und Weismes, die Teil der gemeinsamen Geschichte seien, nicht erwähnt worden. Aus diesem Fehler müsse man lernen und neue Bande knüpfen. Bastin will jetzt die neun deutschsprachige Gemeinden und Weismes zu gemeinsamen Gesprächen und zur Kooperation in Sachen Tourismus, Krankenhäuser und Austausch von Sprachlehrern einladen.

Pascal Arimont begrüßte die Initiative. „Ich halte sehr viel davon, dass man kooperiert, statt Grenzen wieder neu aufzustellen. Das Ostbelgien-Konzept ist ein Marketing-Konzept, das die Gefahr birgt, dass man sich abgrenzt. Und genau das ist hier passiert und ich kann da nur vor warnen. Malmedy und Weismes sind Teil unserer Identität – genau wie die DG auch Teil von Malmedy und Weismes ist. Das sollte man nicht kaputt machen, das sollte man fördern. Die Idee von Herrn Bastin, die neun deutschsprachigen Bürgermeister zu sich einzuladen, um diese gemeinsame Identität zu bekräftigen, finde ich großartig.“

Bild: Chantal Delhez/BRF

Bild: Chantal Delhez/BRF

cd/mg

Ein Kommentar
  1. Ingo Hatzmann

    leider nicht gut moderiert