Drohnensichtungen in der Eifel – Was darf man und was nicht

In der Eifel sorgen seit Beginn der Woche unbemannte Flugobjekte für Aufregung. Dabei handelt es sich nicht um UFOs, sondern um Drohnen. Sie wurden in Dörfern rund um Burg-Reuland und St. Vith gesichtet. Die Drohnen flogen bei Dunkelheit über öffentlichem Raum. Die Bevölkerung ist verunsichert.

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/BELGA

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/BELGA

Ein lautes Brummen zieht durch die Dunkelheit. Hoch oben am Himmel. Am späten Montagabend kreisten mehrere Drohnen über Crombach. Von den Tätern keine Spur. Schnell machen Vermutungen über Spionageversuche von Einbrechern die Runde.

Polizeizonenchef René Trost gibt Entwarnung: „Bisher waren die Drohnen, die ich in der Eifel gesehen habe, nie brenzlig. Ich habe auch etwas über Facebook gelesen, kann aber aus Erfahrung sagen, dass bisher keine Drohne von Einbrechern benutzt wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Einbrecher eine Drohne startet, die jedem ins Auge fällt und die Krach macht, um ein Dorf auszukundschaften.“

Dass es sich hier höchstwahrscheinlich nicht um Einbrecher handelt, macht das Ganze nicht automatisch legal. Das Benutzen von Drohnen unterliegt in Belgien strengen Vorschriften.

Daniel Beckers von Paperplane Productions erklärt, was bei einem privaten Drohnenflug zu beachten ist. „Bei privatem Gebrauch darf die Drohne bis zu einer Maximalhöhe von zehn Metern fliegen und sie darf höchstens 1.000 Gramm sein. Man darf nur auf Privatgrundstücken fliegen: Also im eigenen Garten oder auf der Wiese eines Bekannten, aber nicht im Stadtkern oder über einer Kirche.“

Genau das ist in den Eifeler Dörfern geschehen. Das Fliegen über öffentlichem Raum ist nur mit einem Drohnenpilotenschein und einer offiziellen Genehmigung erlaubt.

Laut Polizeizonenchef Trost droht den Tätern eine saftige Strafe. „Die Leute, die ihre Drohnen offiziell anmelden, melden auch ihre Flüge offiziell an. Da kann man jederzeit nachfragen, wer um eine bestimmte Uhrzeit geflogen ist. Ich gehe davon aus, dass die Drohnen, die jetzt gesichtet werden, zu Privatleuten gehören und nicht angemeldet sind. So würden sie gegen alle Gesetze über Drohnen verstoßen.“

Die Täter haben das Gesetz nicht auf ihrer Seite. Die Drohnen sind bei Dunkelheit geflogen und das ist in Belgien ganz verboten.

Sarah Dederichs

Ein Kommentar
  1. Uwe Chemnitz

    Zwingend ist eine Lizenz für höhere Flüge und über Häusern/Wohngebieten.
    Und die kostet richtig Geld.
    Da muss expizit jeder Hausbesitzer gefragt werden, ob man darf oder nicht.
    Für die Recherche eventuell doch mal einen lizensierten Drohnen-Piloten fragen.
    Drohnen brauche ich persönlich nicht. Aber es wäre doch ein Leichtes gewesen, einfach mal die Augen zu bemühen in Crombach und zu sehen wo das Gerät landet..denn die Reichweite ist doch begrenzt für die Fernsteuerung.
    Entgegen den Äußerungen der Polizei halte ich es doch sehr wohl für möglich, das da etwas ausgekundschaftet wird..laut surren…Frechheit siegt.
    Andererseits ist eventuell ein teenager-Streich.