„Von den Socken“: Ostbelgier produziert Strümpfe aus Ozean-Plastik

Drei junge Männer, davon einer aus Ostbelgien, sind gemeinsam auf eine Produktionsidee gekommen, die gut für unsere Umwelt ist: Sie wollen Plastik aus dem Ozean nutzen, um daraus Socken herzustellen. Mittlerweile ist es schon mehr als nur eine Idee.

Bild: Teal Project

Bild: Teal Project

Acht Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr im Meer. Warum dann nicht aus Plastik, das im Meer schwimmt, Socken herstellen? So die Idee von drei in der Schweiz lebenden Freunden. Darunter auch der Ostbelgier Laurent Falkenberg.

Die Idee sei ihnen beim Surfen gekommen. Eine Leidenschaft, die sie neben vielen anderen Sportaktivitäten wie etwa Bouldern und Rad fahren gemeinsam haben: „Wenn so ein Stück Plastik zwischen deine Zehen schwimmt oder auf der Meeresoberfläche, dann fängt man an, sich Fragen zu stellen“, berichtet Laurent Falkenberg.

Alle drei haben sie schon im Bereich der Sportindustrie gearbeitet. Laurent Falkenberg in Sachen Photographie, Videoanimation. Seine Kumpels bzw. Geschäftspartner hingegen sind Industriedesigner.

Der eine hat Erfahrung mit dem Design von Sportsocken, der andere mit Sportschuhen. Die Idee Socken herzustellen, war also naheliegend. „Wir lieben es, in der Natur zu sein. Und wollten daher ein Produkt herstellen, hinter dem wir stehen – und das wir auch selbst nutzen.“

Die Frage war nur, wie man Socken überhaupt aus Plastik aus dem Ozean herstellen kann. „Nach Recherchen fanden wir ein spanisches Unternehmen, das ‚Seaqual‘ herstellt: Das sind Kunstfaser aus Plastik, das im Meer gesammelt wurde“, erzählt Falkenberg.

Aus Plastik aus dem Meer wird Textil

Die Antwort lautete also Seaqual. Das perfekte Garn für ihre Socken. An einem Prototypen für eine spätere Produktion haben sie inklusive der Recherchearbeiten, Netzwerkaufbau und so weiter gut zwei Jahre gearbeitet.

„Das Design war schnell fertig. Aber wir mussten auch Funktionen in die Socke bringen. Das Schwierige war, den Produktionspartner zu finden, der die richtige Qualität liefern kann, aber auch die notwendigen Materialien.“

So leicht ist es eben nicht. Und so vergingen von der Idee bis zur ersten Socke einige Monate. Und bis zur letzten Socke, mit der sie auch zufrieden waren, verging wiederum ein weiteres Jahr.

In einem Paar Socken sind schlussendlich 80% recyceltes Plastik enthalten. Davon wiederum 35% bestehend aus Seaqual, dem aus recyceltem Ozeanplastik entwickelten Garn.

Laurent Falkenberg und seine Geschäftspartner sind nicht die Ersten, die ein Produkt aus recyceltem Plastik anbieten: „Es gibt diverse Marken, die das schon machen. Aber wir achten darauf, dass wir einen hohen Anteil an recyceltem Plastik nutzen.“

Der Name ihres Sockenprojektes lautet übrigens Teal Project. Dabei kommt der Begriff Teal aus dem Englischen und bedeutet blaugrün. Eben jene Farbe, die der Ozean hat, wenn man ihn frei von Plastik bestaunen kann.

Plastiksocken des Teal Projects (Bild: Teal Project)

Bild: Teal Project

Julia Slot