„Es ist gut, dass erinnert wird“ – Eynattener Ausstellung über Kriegszeit

Vor 75 Jahren wurde Eynatten durch die Amerikaner befreit. Dieses Ereignis hat das Dorfarchiv Eynatten zum Anlass genommen, einen Rückblick auf die bewegte Zeit von 1920 bis 1950 zu halten. Am Wochenende fand in der Turnhalle der Gemeindeschule Eynatten eine Ausstellung dazu statt.

Ausstellung Eynatten und der Zweite Weltkrieg (Bild: Lena Orban/BRF)

Ausstellung: Eynatten Eynatten und der Zweite Weltkrieg (Bild: Lena Orban/BRF)

„Ich war sechs Jahre alt, als der Krieg 1940 begann. Damals war das ein großes Abenteuer für mich als Kind. Erst später ist mir bewusst geworden, wie schlimm das gewesen ist“, erzählt  Gerta Cormann aus Eynatten.

So wie ihr ging es damals vielen Kindern. Sie verstanden nicht, was da gerade passierte. Dabei war die Situation so ernst, auch in Gerta Cormanns Familie: „Meine Mutter wäre fast ins KZ gekommen. Sie hatte während des Krieges fünf Franzosen versteckt. Dann ist man dahinter gekommen. Dafür ist sie damals von Charles de Gaulle geehrt worden “

In der Ausstellung, die am Wochenende in Eynatten gezeigt wurde, konnte man nachempfinden, wie die Eynattener die Kriegszeit erlebt haben. Außerdem wurde ein neues Buch vorgestellt. „Splitter-Spuren-Zeugen“ heißt es und erzählt die Geschichte von Eynatten in den Kriegsjahren, mit vielen ortsgeschichtlichen Erkenntnissen, neuen Fotos und Dokumenten. Es beinhaltet auch die Aussagen von 35 Zeitzeugen, die das Erlebte eindrucksvoll schildern. In kürzester Zeit war das Buch allerdings ausverkauft.

Knapp ein Jahr hat das Dorfarchiv Eynatten intensiv an den Vorbereitungen zur Ausstellung gearbeitet, erklärt Gerd Bergmans. Die Ausstellung war chronologisch aufgebaut und beleuchtete mithilfe von Schautafeln verschiedene Situationen: „Man hat im Laufe der Zeit so einiges gesammelt, aber natürlich nicht in einer solchen Einheit zusammen gestellt. Es gibt Personen, die auf uns zu gekommen sind, die uns nähere Informationen gegeben haben. Und es gibt Sachen, von denen man gehört hat, die wir dann recherchiert haben. So wurde das dann alles zusammen gestellt, und wir sind erstaunt über das Ergebnis, das wir erreicht haben.“

Insgesamt 18 Stationen hatte die Ausstellung, an fast jeder konnten Originaldokumente, alte Kleidung oder Bücher bestaunt werden, die fast alle von Eynattenern zur Verfügung gestellt wurden: „Das kommt aus der Bevölkerung oder von Sammlern, die gehört haben, dass wir eine Ausstellung machen. Sie haben uns dann angeboten, ihre Sachen in der Ausstellung zu integrieren. Wir haben natürlich gerne ja gesagt, weil die das Bild abrunden und wir solche Sachen nicht in unserem kleinen Archiv haben“, so Bergmans.

Unter den zahlreichen Besuchern am Wochenende war auch Albert Haas: „Das ist eine gute Sache, man hat es ja nicht selber erlebt. Von den Eltern und Großeltern hat man schon viel erfahren. Ich denke, es ist gut, das so etwas veranstaltet wird. Damit die Erinnerung wach bleibt an diese doch sehr dunkle Zeit.“

Lena Orban

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