Grenzkontrolle am Autobahnübergang Lichtenbusch

Belgische und deutsche Polizei mit Hubschraubern und Hundestaffeln, Zoll, Zivilschutz, Ausländerbehörde - so breit angelegt waren die gemeinsamen Kontrollen am Autobahngrenzübergang nach offizieller Auskunft noch nie.

Bild: Stephan Pesch/BRF

Bild: Stephan Pesch/BRF

Im Fokus der Behörden stand der Kampf gegen den Menschenhandel und gegen illegale Einreise. Kontrolliert wurden aber auch Fahrzeiten und Versicherungspapiere, Hunde sollten bei Verdacht Drogen oder Sprengstoff aufspüren.

Sébastien Pêtre von der Föderalen Polizei erklärte, dass sich das Ausmaß der Kontrollen noch einmal deutlich von einer Aktion vor zwei Jahren mit dem Schwerpunkt Fernbusse unterschied.

Für Aufsehen sorgte ein junger Mann aus Charleroi. Er hatte in seinem Kofferraum eine Spielzeug-Kalaschnikow dabei. Da diese so täuschend echt aussah, dass die Beamten sie nicht sofort als Spielzeugwaffe erkennen konnten, kam es zu einem kurzen aber schlussendlich folgenlosen Großeinsatz. Bei anderen Fahrer wurden Schlagstöcke und Reizgas entdeckt.

Ein Lieferwagen hatte 50 Kilogramm Fleisch für eine Hochzeitsgesellschaft in Schweden dabei. Da das Fleisch nicht gekühlt und unhygienisch aufbewahrt war, wurde es von der Lebensmittelagentur Afsca beschlagnahmt und vernichtet.

Bei der Großkontrolle wurden insgesamt fünfzig Protokolle erstellt und Bußgelder für mehrere Tausend Euro verteilt, vor allem wegen fehlender Pflichtversicherung oder technischer Kontrolle, Überschreitung von Fahrtzeiten und technischen Mängeln am Fahrzeug.

mitt/sp/vk

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6 Kommentare
  1. Erik Markens

    Schön, dass die Zusammenarbeit der beiden Polizeibehörden so wunderbar funktioniert! So funktioniert Europa!

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Von mir aus gerne täglich rund um die Uhr an allen Übergängen aus dem Westen, DK, IT und PL Richtung BE, DE und NL. Ich habe nichts zu verbergen. Jeder hat Personalausweis und wer wirklich auf der Flucht sein sollte vor einem islamistischen Terrorregime bzw. anderer Gewaltverbrechen hat gültige Papiere plus einem glaubwürdigen Lebensbericht.

    Gut das belgische, deutsche und niederländische Polizei zusammen in echter mitteleuropäischer Zusammenarbeit die Kontrollen durchführt im Dienst der Menschen.

  3. Norbert Schleck

    Ein paar Protokolle und Bussgelder „vor allem wegen fehlender Pflichtversicherung oder technischer Kontrolle, Überschreitung von Fahrtzeiten und technischen Mängeln am Fahrzeug.“

    Was hier beschrieben wird, waren ganz sicher auch nur Stichproben. Einzelne Fahrzeuge werden auf die Seite gewinkt. Also Prinzip Zufall.

    Toller Erfolg, dieser „Großeinsatz! Und was hat er gekostet?

    Herr Drescher, wie oft fahren Sie über die Grenze?
    Wahrscheinlich nicht sehr oft, sonst würden Sie nicht solchen Unsinn verbreiten. Flächendeckende Grenzkontrollen 24 Stunden am Tag, für den Personen- wie für den Güterverkehr? Wie früher an der Grenze zur DDR? Die Warteschlangen kann man sich vorstellen.

    Woher soll das Personal dafür kommen? Die Infrastruktur? Wer soll das finanzieren? Natürlich der Steuerzahler.
    Wer bezahlt die zusätzlichen Kosten für die Unternehmen? Derselbe, der ja auch Konsument ist.
    Bei Fahrten in den Urlaub, etwa nach Österreich, Wartezeit mehrere Stunden?

    Aber die Kontrolle des Straßenverkehrs würde ja nicht genügen. Auch der Bahn- und Flugverkehr müsste lückenlos kontrolliert werden.

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    „Wie früher an der Grenze zur DDR? Die Warteschlangen kann man sich vorstellen.“

    Wie schaffen das nur Länder wie Dänemark und Schweden, die wirklich rund um die Uhr jedes Fahrzeug an der deutschen Grenze peinlichst genau kontrollieren? Warum wird über die DDR schlecht geredet während westeuropäische kapitalistische Staaten der EU das auf einmal alles dürfen? Dänemark sogar mit stacheligem Grenzzaun gegen Deutschland, der angeblich wegen Wildschweinen gebaut wird.

    Warum dürfen die das und nicht die wirklich von illegaler Einwanderung und Terrorismus betroffenen Länder? Warum darf Frankreich an der Grenze zu Belgien, Italien und Deutschland so penibel kontrollieren obwohl da ebenfalls kaum jemand einreisen will?

  5. Alexander Hezel

    Herr Drescher, ich glaube, sie können ihre Glaubwürdigkeit wieder einpacken, wenn sie folgenden Unsinn behaupten:

    „Dänemark und Schweden, die wirklich rund um die Uhr jedes Fahrzeug an der deutschen Grenze peinlichst genau kontrollieren“

    Das Auswärtige Amt Deutschlands sagt dazu auf seiner Website:
    „Seit Anfang Januar 2016 führt Dänemark wieder –> stichprobenartige <– Grenzkontrollen […] durch."

    Man darf doch stark anzweifeln, dass Sie es einerseits besser wissen als das deutsche Auswärtige Amt und undererseits, dass ihre "Reisehinweise" verlässlich sind, wenn Sie den Unterschied zwischen 'stichprobenartig' und 'peinlichst genau' nicht verstehen…

  6. Norbert Schleck

    Herr Drescher, Sie sind ja schlimmer als Trump.

    Wegen der 150 Wörter nur in im Telegrammstil:

    Dänemark und seine „stachelige Grenze“? Bilder im Internet: einfacher Maschendrahtzaun, 1,50m hoch, mit einer Kneifzange zu knacken, soll Illegale und Terroristen abhalten?

    „Über die DDR schlecht geredet“? Weil die DDR schlecht war, mit Grenze aus Stacheldraht, Selbstschussanlagen, Schießbefehl.

    Penible Grenzkontrollen in Frankreich? Französische Medien qualifizieren diese Kontrollen an den Autobahnen als Augenwischerei, da gleichzeitig die sonstigen Übergänge löcherig „comme un Gruyère“ seien.

    Die neue Bayerische Grenzpolizei? Wir waren jetzt zwei Mal in Österreich. Von Kontrollen keine Spur, weder bei der Ein- noch bei der Ausreise. Allerdings waren die Österreicher an der Inntalautobahn bei Imst postiert, um all diejenigen zur Kasse zu bitten, die für ein paar Km dort keine Vignette gelöst hatten…

    Nochmal: Wie war das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei diesem „Großeinsatz“ (Hubschrauber!)? Eine simple Verkehrsstreife an der Herbesthaler Straße hätte genauso viel erbracht: Bagatelldelikte.

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