Anne Kelleter im Portrait: Nach den Wahlen ist viel Anspannung von mir gefallen

Der Garten hinter dem Haus ist einer von Anne Kelleters Lieblingsplätzen. Hier kann sie ihrem Hobby, dem Gärtnern, nachgehen und dabei abschalten. Am Dienstag ist sie in Namur als Parlamentarierin vereidigt worden.

Die Wochen vor den Wahlen waren anstrengend, als Neuling musste Anne Kelleter viel lernen. Dafür sei sie jedoch jetzt umso entspannter, sagt sie: „Nach den Wahlen musste ich das erst mal realisieren, weil ich ja doch relativ viele Stimmen bekommen habe. Da bin ich auch sehr stolz drauf. Ich denke, das hat gezeigt, dass die Leute es gut finden, wenn Menschen in die Politik gehen, die noch nicht 20 Jahre durch dieses System gedreht wurden. Nach den Wahlen ist auf jeden Fall viel Anspannung von mir abgefallen.“

Am Dienstag ist sie in Namur als Parlamentarierin vereidigt worden. Wie genau das ganze abläuft, hat sie uns im Vorfeld erklärt: „Da werden die Mandate überprüft. Das heißt, jeder Parlamentarier musste verschiedene Dokumente einreichen, wie zum Beispiel Nationalitätennachweis oder Führungszeugnis. Dann trifft sich das Parlament und setzt eine Kommission ein, die prüft, ob es da Unvereinbarkeiten gibt. Und wenn alles in Ordnung ist wird, man vereidigt und ist dann Parlamentarier.“

Anne Kelleter kommt aus Raeren, nach den Studium in Lüttich ist sie nach Eupen gezogen. Sechs Jahre lang hat sie für den Belgischen Rundfunk gearbeitet. Der Weg in die Politik bedeutet für sie jetzt eine neue Herausforderung: „Ich würde ganz gerne in die Kommission für Landwirtschaft und Wirtschaft gehen, weil mir diese nachhaltige Landwirtschaft am Herzen liegt. Aber auch alles, was mit Kreislaufwirtschaft zu tun hat, das heißt lokale Produzenten stärken, Recycling, und so weiter. Das sind Themen, mit denen ich mich sehr viel beschäftige, und wenn ich in die Kommission käme, dann würde ich auch gerne in die Richtung arbeiten. Aber als neuer Parlamentarier hat man da nicht die erste Wahl.“

Ein grüner Faden zieht sich durch ihr Leben. Sie ist viel in der Natur unterwegs, mag es, im Garten zu arbeiten. Der ist gleichzeitig auch ihr Gemüsemarkt – denn, ein Großteil von dem, was hier wächst, wird auch in der Küche verarbeitet. Und ein guter Nebeneffekt: die Gartenarbeit bringe einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, sagt sie: „Der Garten ist der eine Teil und der andere sind auf jeden Fall die Wälder. Wir haben hier den Hertogenwald, das Hohe Venn. Wir leben hier in einer sehr schönen Region, die total abwechslungsreich ist. Und was den Garten angeht, ich glaube es ist wichtig, dass man seine Füße am Boden behält, wenn man in die Politik geht. So ein Garten hilft da enorm, weil man dann zwischendurch wieder etwas ganz einfaches macht. Man lernt auch, die ganzen Nahrungsmittel wieder zu schätzen, wenn man sie mal selber anbaut.“

Lena Orban

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