Eine Grüne durch und durch: Inga Voss-Werding zieht ins PDG

Mit 1.130 Vorzugsstimmen ist die Ecolo-Kandidatin Inga Voss-Werding am 26. Mai neu ins Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft gewählt worden. Für die 33-Jährige aus dem beschaulichen Örtchen Lascheid in der Gemeinde Burg-Reuland ein tolles Ergebnis.

Inga Voss (Foto: Stephan Pesch)

Inga Voss (Foto: Stephan Pesch)

Die Top-Ten der Vorzugsstimmen verpasste Inga Voss-Werding nur knapp und befindet sich in prominenter Gesellschaft. Politische Urgesteine wie Edmund Stoffels (SP), Alfons Velz (Pro-DG) und sogar ihr Parteikollege Ecolo-Spitzenkandidat Freddy Mockel holten auch nicht viel mehr.

„Dass ich genau so viel Stimmen im Norden wie im Süden der DG habe, da bin ich schon ein Ausnahmefall“, freut sich die 33-Jährige. „Ich habe sehr viel im Norden gearbeitet, ich komme aus dem Süden. Ich wusste immer, dass ich sehr bekannt bin in der ganzen DG, aber ich habe im Wahlkampf immer gesagt, das heißt noch lange nicht, dass die mich alle gut finden, die mich kennen. Es ist eine Riesenbestätigung für die Arbeit, die ich in der KLJ geleistet habe, als Ehrenamtliche, als Hauptamtliche, bei den Landfrauen und für meine Engagements links uns rechts.“

Durch ihre Zeit bei der Katholischen Landjugend ist sie natürlich vor allem bei den Menschen ihrer Generation bekannt wie ein bunter Hund, was sicherlich die eine oder andere Stimme gebracht hat. Doch nicht nur das: „Die KLJ hat mich als Mensch total geprägt. Ich bin ja da nicht als Hauptamtliche da eingestiegen, sondern mit acht Jahren, als ich alt genug war. Dann als Leiterin, als Hauptleiterin, da ist auch ganz viel politisches Engagement entstanden. Die Lust was zu bewegen, die Lust Kindern oder jüngeren Menschen etwas mitzugeben, das ist für mich auch politisches Engagement.“

Ideologisch gesehen fühlt Inga Voss-Werding sich bei Ecolo wohl, erklärt sie. „Andere Menschen achten, die Natur achten, respektvoll miteinander umgehen. Das sind für mich alles die grünen Werte. Das sind für mich auch die christlichen Werte. Das sind die Werte mit denen ich groß geworden bin und mit denen ich weiterleben möchte und die ich auch meinen Kindern mitgeben möchte.“

Mit ihrem Mann Christophe und dem gemeinsamen Sohn lebt Inga-Voss Werding in ihrem ehemaligen Elternhaus. Das zweite Kind ist unterwegs.

Die Familie wächst also, genauso wie der große Permakultur-Gemüsegarten. Also, eine Grüne durch und durch? „Würde ich so sagen, ja. Ich weiß nicht, ob ich da grüner bin als andere, ob ich mich da rühmen sollte oder nicht. Jedenfalls steckt das bei uns ganz tief drin, bei meinem Mann und mir. Bei mir auch familiär bedingt durch meine Eltern.“

In der kommenden Legislatur wird Inga Voss-Werding Mitglied im Ausschuss Soziales, ein Terrain, das die studierte Sozialassistentin zur genüge kennt, vor allem dessen Probleme: „Ich sehe da einen Handlungsbedarf. Ich werde mir die Politik erstmal angucken müssen, um zu sehen, inwiefern es auch ein Zeitfaktor ist, der da mitspielt. Vielleicht hat man nicht immer die Zeit, die Akteure auf dem Terrain anzuhören.“

Inga Voss-Werding möchte dafür stehen, dass sie sich die Zeit nimmt. „Und dafür, dass ich die Betroffenen befrage. Ich möchte nicht über die Köpfe hinweg entscheiden. Ich empfinde das nicht nur im Sozialbereich so, auch im Jugendbereich und in der Erwachsenenbildung habe ich das Gefühl. Ich empfinde es als eine Art Bevormundung.“ Dieser Punkt sei auch das was Ecolo Ostbelgien Zerwaltung nennt: Viel Bürokratie.

„Beschäftigt sich die Politik überhaupt noch mit dem Menschen an der Basis?“, zweifelt die Ecolo-Kandidatin. „Daran möchte ich gerne etwas ändern, und da möchte ich gerne ansetzen.“

Volker Krings

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