Umfrage: Seniorenwahlrecht oder Jugendwahlrecht?

Wie wäre es, wenn man den Senioren das Wahlrecht abnehmen und im Gegenzug das Wählen ab 16 Jahren erlauben würde? Eine Umfrage auf dem Eupener Freitagsmarkt ergibt: Die meisten halten das für keine gute Idee.

Wahlwerbung in Eupen (Bild: Raffaela Schaus/BRF)

Bild: Raffaela Schaus/BRF

Wir leben in einer überalterten Gesellschaft, das heißt der Anteil der Senioren ist im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung überproportional hoch. Das heißt dann aber auch: Senioren sind eine große Wählerschaft. Und wer als Politiker gewählt werden will, der ist auf sie angewiesen.

Wird deshalb vor allem Politik für Senioren gemacht, anstatt für die kommenden Generationen? Seit Monaten fordern die Schüler bei ihren Klimaprotesten genau das, dürfen aber am Sonntag bei den Wahlen nicht mitmachen. Wie wäre es denn, wenn man den Senioren das Wahlrecht abnehmen und im Gegenzug das Wählen ab 16 Jahren erlauben würde?

„Mit 16 Jahren hat man noch nicht die Erfahrung, um sich einen Weitblick zu verschaffen, was politisch los ist in der Welt. Leute über 60 haben dagegen eine Riesen-Erfahrung. Weshalb sollte man diesen Leuten das Recht absprechen, um es den Jüngeren zu geben, die keine Erfahrung haben und nur mit Idealismus an etwas rangehen?“, fragt ein Besucher des Markts.

„Ich finde auch, dass 16-Jährige zu jung sind und noch nicht die politische Erfahrung haben. Oder man müsste den politischen Unterricht in den Schulen fördern, dann würde ich Ja sagen“, meint eine andere Bürgerin. Oder: „Ich finde, das wäre Diskriminierung. Und mit 16 ist man vielleicht noch nicht so gefestigt.“

Aber es gibt auch andere Meinungen: „Unsere Zeit ist vorbei. Viel bewegen können wir auch nicht mehr. Die Zukunft gehört der Jugend“, meint ein älterer Besucher.

Einigen Leuten ist das Thema auch völlig egal. „Ich könnte ohne Wahl auskommen“, sagt eine ältere Dame. „Interessiert mich gar nicht, ob ich jetzt wählen muss oder nicht“, meint ein älterer Herr.

Zusammengefasst: „Wenn man wählt, dann sollte man auch Verantwortung übernehmen können. Und ich denke, das Wahlalter mit 18 – wenn man erwachsen ist – ist schon ganz richtig.“

vkr/km

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4 Kommentare
  1. Maria van Straelen

    Das eine bedingt doch nicht das andere. Früher durfte man erst ab 21 wählen, dann ab 18, ohne, daß man den Älteren deswegen das WahlRECHT entzogen hätte. Es geht doch hier nicht um ein Kontingent an Stimmen, die zu verteilen wären. Wie kann man sich anmaßen, irgendeiner Gruppe das demokratische Wahlrecht zu entziehen ?

  2. Albert Radermecker

    Die Senioren sollen immer länger arbeiten gehen und sie wollen ihnen das Wahlrecht abnehmen . Ist das vielleicht weil die ältere Generation die ganzen Pappenheimer kennt die sich auf den Listen tummeln , das die Politiker mit Schuld haben an ihre schlechte Lage (niedrige Renten) . Nach einer Wissenschaftlichen Untersuchung sind 85 % der Jugendlichen unter 16 Jahren noch nicht mal in der Lage richtig Lesen und Schreiben zu können . Auf diesen Artikel braucht keiner Stolz zu sein Herr Krings !

  3. Marcel scholzen Eimerscheid

    Am besten alles lassen wie es ist.

    Die 16 bis 18jaehrigen sollten allerdings die Moeglichkeit bekommen, den RdJ direkt zu waehlen.

  4. Jean-Pierre DRESCHER

    Dito, 18 Jahre gehen in Ordnung. Sektkorken stehen bereit wenn PTB morgen massig Stimmen bekommt für sozialere Lebensbedingungen, bezahlbaren Wohnraum und bezahlbaren Strom.

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