Auslagerung beim Lager Elsenborn

Seit dieser Woche ist es offiziell: Die Verpflegung des Lagers Elsenborn ist nun Aufgabe der französischen Firma Sodexo. Doch das ist erst der Anfang. In den nächsten Wochen werden auch andere Aufgaben ausgelagert. Dieses Outsourcing ist Teil der Strategie der belgischen Armee, die vorsieht, die Streitkräfte bis zum Jahr 2030 von 30.000 auf 25.000 zu reduzieren.

Lager Elsenborn

Bild: BRF

Das Lager Elsenborn verfolgt ein Hauptziel: Soldaten einen optimalen Übungsplatz bieten – auf einer Fläche von 28 Quadratkilometern und mit einer Kapazität von 1.400 Betten. Bis vor kurzem alles verwaltet von einer Einheit, die 145 Soldaten zählt. Nun werden Aufgaben wie Verpflegung und Reinigung von der französischen Firma Sodexo übernommen.

Doch Auslagerung bedeutet nicht Privatisierung. Die Armee soll die Kontrolle behalten. „Wir haben uns für eine Partnerschaft entschieden. Konkret heißt das: ein Vertrag von zehn Jahren. Die Verwaltung des Vertrags übernimmt dabei ein Team des Militärs. Dieses Team wird die Prioritäten bestimmen – wann also welche Aufgaben gemacht werden. Das wird also weiterhin vom Militär gehandhabt“, erklärt Geert Bouchez, der mit der Auslagerung beauftragt wurde.

Mit der Auslagerung verfolgt die belgische Armee ein klares Ziel: Die Soldaten sollen sich wieder auf militärische Aufgaben konzentrieren. Direkte Folge des Vorgangs: Personalabbau. „Die militärischen Ämter, die vorher für diese Aufgaben zuständig waren, werden natürlich verschwinden. Momentan zählen noch 145 Personen zur Belegschaft, in einigen Monaten werden es nur mehr 36 Vollzeitstellen sein“, weiß Jean-Marie de Condé, Kommandant im Lager Elsenborn. „Das ist natürlich ein Einschlag, doch dadurch, dass das Durchschnittsalter hoch ist und viele auf das Rentenalter zugehen, hält er sich in Grenzen.“

Letztes Jahr waren noch 16 Soldaten in der Küche und der Kantine tätig. Bis vor kurzem waren es sieben. Im Lager sind zeitweise mehrere Hundert Soldaten zum Üben. Bisher sorgten die Einheiten für Verstärkung in der Küche. Doch seit dem 13. Mai ist Sodexo dafür zuständig. Sechs Personen arbeiten nun dauerhaft in der Küche. Bei Bedarf kommen Zeitarbeiter hinzu.

Aber die Verpflegung ist nur ein kleiner Teil der Zuständigkeiten, die Sodexo übernimmt. „Alles, was Reinigung und Verwaltung der Unterkunft und der rund 1.400 Betten angeht, übernehmen wir“, sagt Eric Jeunehomme, Sodexo-Beauftragter in Elsenborn. „Wir kümmern uns auch um den Gebäude-Unterhalt, die Kläranlage und den Winterdienst. Und was sehr wichtig ist: Wir sorgen für den Brandschutz bei den Außenübungen.“

Da auf dem Übungsgelände geschossen wird, sind Brände nicht selten. Drei Feuerwehrmänner gehören daher zum Personal von Sodexo.

Aber die Auslagerung hat ihre Grenzen. „Wir vergeben nur die Aufgaben, die wir vergeben wollen – und die auf dem Markt verfügbar sind. Die Auslagerung betrifft nur Aufgaben aus dem Zivilbereich“, so Geert Bouchez.

Am 19. August wird Sodexo die Räumlichkeiten übernehmen. Die 39 Angestellten sollen hauptsächlich aus der Region kommen.​

Raffaela Schaus

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7 Kommentare
  1. Freddy Langer

    Das Lager soll sich selbst auslagern.

    Wer hier zwischen den Zeilen lesen kann, wird leider feststellen müssen, das die Lärmbelästigungen während Tag und NACHT!!!! für die Elsenborner und Anwohner um den Übungsplatz wohl weitergehen werden; es ist sogar zu befürchten das diese noch heftiger werden. Das darf so nicht weitergehen.
    Das Militär muss weg aus Elsenborn, es ist einfach nicht mehr zeitgemäß hier ihr Kriegsspielerein auszuüben.

  2. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Langer. Das Militaer ist eine Notwendigkeit. Es geht nicht ohne. Das hat man nach den Terroranschlaegen gesehen.

  3. Freddy Langer

    Werter Herr Scholzen,

    Es geht sehr wohl ohne Militär in dieser Form. Zu unsäglichen Uhrzeiten die Bevölkerung zu terrorisieren ist ein No Go!
    Aber dieser Kommentar kann nur von jemanden kommen, der davon nicht betroffen ist.

    Deshalb muss das Militär weg aus dem Lager Elsenborn.

  4. Marcel scholzen Eimerscheid

    Freiheit und Demokratie haben ihren Preis.

  5. Bernard Ramscheid

    Bürger haben das Recht auf einen gesunden und ruhigen Schlaf.

  6. Jean-Pierre DRESCHER

    Jeder hat in einer Woche Gelegenheit, per Wahlkreuz bei PTB, PS oder Ecolo klarzustellen, dass wir die Faxen dicke haben vom ständigen Terror durch Artellerie und sonstige Emmissionen in Elsenborn.

    Das Föderalen Königreich hat keine gefährlichen Nachbarn. Kein Mensch hat weiter Lust, 30.000 Beamten beim Militär bei gerade mal 10 Millionen Einwohnern durch Steuergelder all-inclusive zu versorgen. Wir haben genügend andere Probleme wie z.B marode Schulen, total kaputte Straßen aus der Vorkriegszeit, gammlige finstere braune Dörfer in der Wallonie und immer mehr Menschen in Armut. Dafür brauchen wir das Geld, für Bildung, Geschichtsaufklärung und Aussteigerprogramme für junge Männer aus dem Alkoholmilieu und rechtsextremistischen Kreisen.

    Warum sollen wir den Krieg irgendwelcher NGOs weiter unterstützen durch Auslandseinsätze der Soldaten, deren Aufgabe doch angeblich darin besteht, die Staatsgrenze bzw. die EU-Außengrenze zu schützen? Gegen Terrorismus und Gewalt sind die Beamten der Politi viel besser ausgebildet. Da braucht man wirklich keine 30.000 Extrabeamten in altmodischer Kampfuniform.

  7. Franz-Josef Collienne

    Die Erregung der Elsenborner ueber das Gebaren der Armee auf dem Truppenuebungsplatz Elsenborn kann ich gut nachvollziehen. Ich wohne ca. 15 Km Luftlinie von Elsenborn entfernt und muss diese Ballerei und das Ueberfliegen der Duesenjaeger in geringer Hoehe besonders bei schoenem Wetter auch ertragen. Nach der z. Z. laufenden Umstrukturierung werden nur noch die Belastungen fuer Elsenborn und das Umland uebrig bleiben. Ob die gut nachbarlichen Beziehungen mit der Bevoelkerung die ihr immer vorgegaukelt wird auf Dauer mit Frust und Protest enden wird, sei mal dahingestellt. Hundert Jahre Unannehmlichkeiten fuer die betroffene Bevoelkerung reichen.

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