Sind ostbelgische Feuerwehrleute auf Kirchenbrände vorbereitet?

Bilder der brennenden Kathedrale Notre-Dame sind um die Welt gegangen. Die ganze Nacht waren Feuerwehrleute im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Aber wie bereitet sich die Feuerwehr auf einen Brand in einem solchen Gebäude vor? Ist das überhaupt möglich?

Nikolaus-Kirche in Eupen

Der letzte große Kirchenbrand in Ostbelgien traf die Nikolaus-Kirche in Eupen (Bild: Toni Wimmer/BRF)

Neben der Kathedrale Notre-Dame wirken wohl alle ostbelgischen Kirchen klein und zierlich. Trotzdem wäre ein Kirchenfeuer auch eine Herausforderung für die Feuerwehren der Deutschsprachigen Gemeinschaft, erklärt Francis Cloth, der für die Organisation der Hilfeleistungszone zuständig ist.

„Es sind meistens Gebäude, die schon älter sind und bei denen Brandschutzmaßnahmen, wie wir sie heute kennen, noch nicht angewandt worden sind. Es besteht sehr viel brennbares Material und es sind an sich schon schwierige Objekte“, sagt Cloth.

Und gerade an diesen schwierigen Objekten muss geübt werden. Das gehört zur Grundausbildung der Feuerwehrleute. „Wir haben regelmäßig Übungen. Besondere Gebäude werden oft zu Übungszwecken genutzt“, so Cloth.

Unter anderem die Höhe fordert die Feuerwehrleute. „Klettern mit Atemschutz ist nicht alltäglich. Da sind einige Treppen zu steigen, das ist sehr anstrengend, vor allem wenn sie Material mitnehmen müssen.“ In der Realität sieht das Ganze dann nochmal anders aus, denn da kommen noch Flammen und Hitze dazu.

Neben dem Löschen des Feuers gehört auch die Rettung von Wertgegenständen zur Aufgabe der Feuerwehr. „Primär gilt natürlich: Menschenleben retten. Danach Wertsachen, insofern es machbar ist. Aber natürlich ohne unsere eigenen Reihen in Gefahr zu bringen. Genau da liegt die Schwierigkeit.“

Bis jetzt hatte man in der Hilfeleistungszone der DG Glück, der letzte große Kirchenbrand war 1949. Damals stand der Nordturm der Nikolauskirche in Eupen in Flammen.

Die Bilder der brennenden Notre-Dame sind auch an Francis Cloth nicht vorbei gegangen. Als Feuerwehrmann blickt er ganz anders auf die Situation. „Wenn man weiß, wie schwierig so etwas ist, dann fiebert man mit. Ich habe mir die Bilder angeschaut, ich habe den einstürzenden Turm gesehen. Man sieht die meterhohen Flammen. Das ist selbst für uns etwas nicht Alltägliches.“

„Man weiß, welche Hitze entsteht und welche Gefahren dahinterstecken. Dass da Feuerwehrleute hineingehen, das trifft uns alle. Uns ist noch eher bewusst, wie gefährlich es ist und welche Risiken die Leute auf sich genommen haben, um das zu retten, was sie retten konnten.“

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lo/km

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Ein Kommentar
  1. Dieter Leonard

    Ohne die präzisen Löschanweisungen aus dem Weißen Haus, wäre Notre Dame wohl in noch viel größerem Maße zerstört worden!
    Oder, wenn man sie befolgt hätte?
    Der Dummschwätzer im Oval Office hält sich nicht nur für den größten Präsidenten, sondern auch für den größten Feuerwehrmann. Bereits bei den verheerenden Bränden in Kalifornien gab Trump schlaue Tipps: man solle doch den Wald fegen!
    Spätestens seit gestern weiß es die ganze Welt: Trump ist ein Genie!

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