Eine echte Alternative: Der Syrer im Korb

Der Sozialbetrieb "Die Alternative" in Eupen beschäftigt rund 340 Mitarbeiter. Doch eigentlich müsste man von Mitarbeiterinnen sprechen. Unter den Angestellten befindet sich nur ein einziger Mann. Aber dieser eine Mann ist nicht nur deshalb interessant: Er ist ein syrischer Flüchtling, der sich ganz gut integriert hat und sich zwischen den Kolleginnen ganz wohl zu fühlen scheint.

Für Mahmoud ist es ein ganz normaler Arbeitstag – unspektakulär. Dabei ist seine Geschichte doch aufregend. Er ist aus Syrien geflüchtet und kam vor drei Jahren in Belgien an. „Ich habe zwei Brüder hier in Belgien, einer in Eupen und einer in Saint-Nicolas. Ich bin alleine hier, habe keine Freunde und keine Frau“, erzählt er.

Rund anderthalb Jahre nach seiner Ankunft in Belgien findet er einen Job bei der Alternative. Hier macht er, was er jahrelang in Syrien gemacht hat. „Ich habe in Syrien als Schneider gearbeitet. Ich habe keine Ausbildung gemacht, sondern das einfach so gelernt.“ Learning by doing, hieß es in Syrien.

Heute lernen die Kolleginnen auch von Mahmoud. Die Übung hat ihn zum Meister gemacht. „Ich bin sehr froh, dass ich Mahmoud habe, weil ich jetzt nicht mehr der einzige Mann bei der Alternative bin“, scherzt Jürgen Strang, Geschäftsführer der Alternative V.o.G.: „Und natürlich auch wegen seinen Qualitäten als Arbeiter bin ich sehr froh, dass er bei uns im Betrieb ist.“ Und auch bei den Damen ist Mahmoud sehr beliebt. „Er ist der Chouchou hier. Er verwöhnt alle Frauen, wird aber auch von allen Frauen verwöhnt“, so Strang.

Das kann Mahmouds Kollegin Sylvia Schröder nur bestätigen. „Wir sind ja sowieso ein sehr familiärer Betrieb und Mahmoud hat sich hier von Anfang an sehr gut integriert“, sagt Sylvia Schröder. „Wir haben alle ein sehr gutes Verhältnis zu ihm und das klappt wunderbar.“

Sieben Brüder hat Mahmoud. Fünf leben verstreut in Europa. Zwei sind bei den Eltern in Syrien geblieben. Eine Schwester hat er nicht. Das Leben schreibt manchmal die buntesten Geschichten. „Ich habe keine Schwester und jetzt habe ich viele Schwestern“, lacht Mahmoud.“Und Sylvia ist wie eine Mutter.“

Die Geschichte vom „Tapferen Schneiderlein“ ist ein Märchen mit Happy-End. Er heiratete die Königstochter. Vielleicht findet Mahmoud ja auch noch seine Prinzessin.

mz/mg

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5 Kommentare
  1. Johan Vercarre

    Was eine schöne Geschichte ! Das erwärmt das Herz.

  2. Guido Preuß

    Das erwärmt mir nicht nur das Herz sondern das ist (wieder einmal) ein gutes Beispiel dafür, wie INTEGRATION gelingen kann.

  3. Jean-Pierre DRESCHER

    Absolut korrekt, Herr Vercarre und Herr Preuss. Wo ein Wille ist ein Weg. Die DG zeigt Europa bzw. dem Föderalen Königreich wie es multinational zum Nutzen aller funktionieren kann.

  4. Mario Meis

    Und wer soll in Syrien alles aufbauen, wenn der Krieg aufhört?
    Ein gesunder, junger Mann!
    Warum ist er geflüchtet?Warum hat er Eltern und Geschwister in dem Kriegsgebiet“ zurückgelassen?Will er wieder in seine Heimat?
    Fragen über Fragen, die diese rührselige Geschichte nicht erzählt.
    Schade eigentlich…. Man hätte gern mehr über das Kerlchen erfahren

  5. Jean-Pierre DRESCHER

    „Und wer soll in Syrien alles aufbauen, wenn der Krieg aufhört?“

    Diese Frage will ich gerne all den Gewaltverbrechern stellen, die mit bestens durchtrainiertem Körper nach Deutschland eindringen. Aber ein friedlicher Schutzsuchender, der hier aktiv in die Sozialkassen einzahlt erfüllt alle Kriterien die ein kultiviertes Volk von kultivierten Zuwanderern erwartet.

    Anstatt Sozialhilfe und Kindergeld für 20 Söhne von fünf deutschen Ehefrauen lebenslang mit dickem 5er-BMW als Drogendealer, Pornostar und Kickboxer von den Ärmsten der Armen zu erpressen.

    Weil Zuwanderer nicht gleich Zuwanderer ist bzw. nachweisbar echter Flüchtling nicht Merkel-Gast vom IS oder Mitglied einer Türko-Arabischen Großfamilie Miri aus Bremen.

    Der Mann aus Syrien kann nichts für die Zustände die in Deutschland herrschen, welche uns hier aufschrecken. Und er hat das Recht darauf, dass man ihn nicht mit Terroristen oder anderen Verbrechern gleichsetzt.

    Wir wollen schließlich auch nicht mit den Kriegsverbrechern aus der Zeit des Kongogreuls gleichgesetzt werden nur weil wir Teil des Föderalen Königreiches sind.

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