Führerscheinreform: Sinnvoll oder übertrieben?

Für viele Jugendliche ist er Teil des Erwachsenwerdens: der Führerschein. Doch letztes Jahr gab es einige Änderungen, sowohl für den theoretischen als auch für praktischen Teil. Welche Folgen und Auswirkungen haben diese Änderungen für die Fahrschüler?

Die Führerscheinreform begann am 1. Januar 2018 mit Änderungen im Bereich des theoretischen Teils, ehe dann am 1. Juli die für den praktischen Teil hinzukamen. Für Siegfried Hentschel von der Fahrschule Homburg aus Eupen war die Führerscheinreform notwendig, doch ist für ihn mit dem falschen Maß gehandelt worden. „Zum Beispiel bei der Theorie, da man den Schülern nicht mehr sagt, welche Fragen falsch sind.“

Sein Kollege Rainer Theis von der Fahrschule Theis aus St. Vith sieht das ähnlich. Auch für ihn war die Reform sinnvoll, doch ist man leider wieder von einem Extrem ins andere gesprungen.

Eine Änderung im praktischen Teil ist, dass die Eltern, die ihr Kind beim Erlernen des Autofahrens begleiten, nun eine sogenannte pädagogische Begegnung von insgesamt drei Stunden absolvieren müssen, um ihre Kenntnisse auf den neusten Stand der Straßenverkehrsordnung zu bringen.

Siegfried Henschel von der Eupener Fahrschule Homburg (Bild: Sarah Dederichs/BRF)

Siegfried Henschel von der Eupener Fahrschule Homburg (Archivbild: BRF)

Auch hier sind sich beide Experten einig, dass dies eine sinnvolle Neuerung ist. Diese Prozedur ist auch online abschließbar. Allerdings bevorzugen es die Fahrlehrer, wenn mehr Eltern persönlich an diesem Kurs teilnehmen würden, da man ihnen so einzelne Sachen besser erklären könne.

Die Reform hat auf beide Teile der Fahrprüfung unterschiedliche Auswirkungen. Für Siegfried Hentschel gibt es im praktischen Teil keine erhöhte Durchfallquote, obwohl die Prüflinge nun sechs Fahrmanöver einüben müssen. Vor der Reform waren es nur zwei. Im theoretischen Teil dagegen ist die Durchfallquote, unter anderem durch die Änderung des Punktesystems, deutlich gestiegen.

Obwohl der Führerschein weiter für viele Jugendliche eine wichtige Errungenschaft ist, hat sich für Rainer Theis die Motivation der Jugendlichen in den letzten Jahren verändert. Zwar wollen ihn immer noch viele so früh wie möglich machen, doch er hat nicht mehr oberste Priorität.

Rainer Theis (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Rainer Theis (Archivbild: Stephan Pesch/BRF)

Marvin Schmitz

3 Kommentare
  1. Maxim Stoffels

    Erneut jede Menge unnötige Gesetze, die das Leben schwerer machen. Da sollte wirklich Mal was geändert werden. Was soll eigentlich der ganze Mist? Die neuen Regelungen halte ich für absoluten Schwachsinn!

  2. René Druschke

    Genau Herr Stoffels,

    mehr geblinkt wird immer noch nicht.

  3. Christian Voigt

    Alles nur um mehr Geld aus den Taschen zu ziehen. Wenn man zum Beispiel den Risikowahrnehmungstest nimmt, keiner weiß genau Bescheid worauf geartet werden muss und die Info dazu wird trotz Anfrage am Schalter nicht gegeben. Es würde mich schon interessieren wie viele Personen diesen Test bei ersten Mal erfolgreich absolvieren.