Auf Krippentour: Unbekannte plündern Opferstöcke

Die Feiertage haben unbekannte Täter dazu genutzt, mehrere Einbrüche zu verüben. Dabei machten sie auch keinen Halt vor Gotteshäusern und Krippen. Sowohl in der Eifel als auch im Eupener Land waren Diebe unterwegs.

Die Weihnachtskrippe in der Bütgenbacher Kirche (Bild: Michaela Brück/BRF)

Die Weihnachtskrippe in der Bütgenbacher Kirche (Bild: Michaela Brück/BRF)

„Als er den Opferstock der Weihnachtskrippe leeren wollte, hat er festgestellt, dass er kaputt gemacht worden ist und das Geld entwendet wurde“, erzählt Pastor Lothar Klinges. Der Küster war es, der am Silvestertag die Entdeckung in der Bütgenbacher Kirche machte.

Auch im Nachbardorf waren der oder die Täter unterwegs. „In Elsenborn muss es um die gleiche Zeit geschehen sein. Auch hier hat der Küster den Diebstahl festgestellt. Es handelt sich hier um einen Metallkasten an der Weihnachtskrippe, der wohl scheinbar nicht aufgebrochen werden konnte. Er wurde aus der Verankerung herausgerissen und mitgenommen“, berichtet Klinges.

Die Opferstöcke waren seit Heiligabend nicht mehr geleert worden, so dass sich die Spenden einer Woche darin befanden. „Wir vergleichen das mit den Jahren zuvor: In Elsenborn sind demzufolge rund 60 Euro entwendet worden, in Bütgenbach etwas über 100 Euro“, schätzt Klinges.

Opferstock der Krippe in der Bütgenbacher Kirche (Bild: Michaela Brück/BRF)

Der Opferstock der Weihnachtskrippe in Bütgenbach ist aus Holz und konnte nach dem Aufbruch wieder notdürftig repariert werden (Bild: Michaela Brück/BRF)

Vermutlich drehten die Täter am Sonntag ihre Runden – auch in Eupen. Wie die Polizei meldete, wurde dort zwischen 12 Uhr und 16 Uhr der Opferstock in der Klosterkirche aufgebrochen. Die entwendete Bargeldsumme lasse sich nicht beziffern, hieß es. Am Silvesterabend wurde zudem der Opferstock in der Kapelle „Zur Heiligen Familie“ in Bellmerin aufgebrochen.

Auch wenn sich der Schaden in Grenzen hält, sind die Taten ein Ärgernis. Dass Opferstöcke aufgebrochen werden, ist kein neues Phänomen, so Pastor Klinges. „Insbesondere in der Pfarrkirche in Bütgenbach passiert das regelmäßig“, sagt Klinges. „Ich würde sagen, dass das Menschen sind, die auf der Durchreise sind, womöglich auch organisierte Banden – Menschen, die auch ein größeres Risiko eingehen, denn die Opferstöcke werden ja doch regelmäßig geleert.

Nach einem schweren Einbruch vor drei Jahren in der St. Vither Pfarrkirche hat man sich dort entschieden, Überwachungskameras aufzustellen – ebenso wie in Recht. Für den Pfarrverband Bütgenbach kommt das nicht in Frage. Dort soll die Kirche tagsüber ein offenes Haus bleiben. „Wir haben uns entschieden, keine Kameras aufzustellen. Wir wollen ganz bewusst die Privatsphäre der Gläubigen und stillen Beter respektieren“, so Klinges.

Was die Täter betrifft, so bleiben sie meistens unerkannt. Allerdings wurde auch schon mal eine Täterin auf frischer Tat ertappt wie vor drei Jahren: Die ältere Frau war mit dem Bus aus Verviers nach Bütgenbach gekommen auf der Suche nach ein paar Euro in der Kirche…

Bütgenbach Kirchenbering

Die Kirche von Bütgenbach (Bild: Anne Kelleter/BRF)

mb/mg

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Ein Kommentar
  1. Johan Vercarre

    Die Welt ist ganz verrückt geworden. Anderseits ist es auch nicht so klug um einen Opferstock in den Krippen zu stellen.

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