Lectio Divina: Seelsorgerat Ostbelgien lädt zu Bibel-Treffen ein

Der Seelsorgerat Ostbelgien startet eine neue Auflage des Pastoralprojektes "Lectio Divina". Bereits in der Fastenzeit waren in sieben ostbelgischen Pfarrverbänden Gruppen ins Leben gerufen worden, die sich zum gemeinsamen Bibel-Lesen und Austausch getroffen haben. Im Rahmen einer Vortragsreihe in der Eifel und im Eupener Land soll das Projekt jetzt einem breiteren Publikum vorgestellt werden.

Bibel (Illustrationsbild: Congerdesign/Pixabay)

Illustrationsbild: Pixabay

„Die Kirche von morgen wird eine andere sein als heute“, sagt Manuela Theodor vom Seelsorgerat Ostbelgien, der zusammen mit Priestern und Pfarrverantwortlichen über neue Wege in der Kirche nachdenkt.

Eine neue Form der Zusammenkunft für Christen ist die Lectio Divina, eine besondere Methode, sich mit der Bibel auseinanderzusetzen. Sie wurde vom Katholischen Bibelwerk entwickelt. Bereits in der vergangenen Fastenzeit haben sich rund 20 Gruppen in den ostbelgischen Pfarren zu Bibelrunden zusammengefunden. Auch in der kommenden Adventszeit soll es dieses Angebot der Glaubensvertiefung wieder geben.

„Da geht es zuerst einmal darum, den Text mit dem Verstand wahrzunehmen. Nächste Ebene: Was bedeutet er heute? Dann wieder Momente der Stille, wo ich Antwort geben kann“, erklärt Manuela Theodor.

Viele tun sich schwer mit der Bibel, die oft als schwierig und unverständlich empfunden werde, so Manuela Theodor. Die Lectio Divina helfe den Menschen, einen Zugang zu den Texten zu finden: „Sie haben die Lesungstexte vertieft, die in Messfeiern wiederkamen, als bereichernd empfunden – obwohl es das Alte Testament war.“

Die Lectio Divina richtet sich an ein breites Publikum, und der Seelsorgerat Ostbelgien hofft, damit auch einen größeren Kreis zu erreichen: „Bisher ist es natürlich eher das Publikum, was in Pfarren aktiv ist. Hier und da sind Kirchenferne dazu gekommen, die es sehr berührt hat“, so Manuela Theodor weiter.

Auch wenn das Katholische Bibelwerk Unterlagen mit Hintergrundwissen liefert, soll es nicht um eine theologische Auslegung der Bibel gehen und auch nicht um historische Ereignisse. Vielmehr sind die Teilnehmer angesprochen, aus ihrer persönlichen Lebenserfahrung heraus die Texte zu deuten.

Ein ausgewiesener Fachmann der Lectio Divina ist der Steyler Missionar und Bibelwissenschaftler Pater Ralf Huning. Ihn hat der Seelsorgerat nach Ostbelgien eingeladen. Er wird das Projekt an den kommenden beiden Montagen vorstellen: am 22. Oktober im Vereinslokal in Emmels und am 29. Oktober in der Bergkapelle in Eupen. Weitere Informationsabende mit Manuela Theodor vom Seelsorgerat gibt es am 23. Oktober im Pfarrheim Büllingen und am 30. Oktober im Pfarrheim Raeren.

Michaela Brück

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Ein Kommentar
  1. Dieter Leonard

    Alternativ oder parrallel kann man den Interessenten der „Lectio Divina“ folgende Lesetipps mit auf den Weg geben:

    – Der Herr ist kein Hirte (christopher Hitchens)
    – Der gefälschte Glaube (Karlheinz Deschner)
    – Die Legende von der christlichen Moral (Andreas Edmüller)
    – Der Jesus-Wahn (Heinz-Werner Kubitza)
    – Denn sie wissen nicht, was sie glauben (Franz Buggle)

    Der Zugang zu diesen Werken bedarf – im Gegensatz zur Bibel – weder einer Exegese, vor allem aber keiner Eisegese und kann doch zu ganz neuen, bewegenden Erkenntnissen führen.
    Viel Lesespaß!

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