Kurz nach der Wahl: Schon Konflikt in Büllingen

Das ist kein guter Start: Unter den Mitgliedern der Büllinger Einheitsliste von Bürgermeister Friedhelm Wirtz herrscht schon jetzt Unstimmigkeit.

Bild: Liste Wirtz

Bild: Liste Wirtz

Unter den Mitgliedern der Büllinger Einheitsliste von Bürgermeister Friedhelm Wirtz herrscht nur wenige Tage nach der Wahl schon Unstimmigkeit.

Die ehemaligen Oppositionspolitiker Alexander Miesen und Rainer Stoffels monieren, dass Anita Jost ÖSHZ-Vorsitzende in Büllingen wird. Stoffels hatte mit 795 Vorzugsstimmen das drittbeste Ergebnis auf der Liste Wirtz erzielt und deshalb selber auf diesen Posten spekuliert.

Sein Parteikollege Alexander Miesen sagte dem GrenzEcho, er wolle Anita Jost nicht die Kompetenz absprechen, aber sie habe einfach aufgrund des Wählerwillens keine Legitimation. Statt des Kandidaten mit dem drittbesten Stimmenergebnis habe nun die Kandidatin mit dem drittschlechtesten Ergebnis auf der Liste das Amt, so Alexander Miesen.

„Ich habe persönlich nichts gegen Anita Jost. Ganz im Gegenteil. Allerdings hat der Wähler am Sonntag gesprochen. Und der Wählerauftrag ist ganz klar an Rainer Stoffels gegangen. Er hat beinahe 800 Stimmen gemacht. Das sind mehr als 400 Stimmen mehr, als Frau Jost hat. Und da gibt es in meinen Augen keinen Interpretationsspielraum. Herr Stoffels hätte das ÖSHZ-Amt bekommen müssen. Er war Kandidat, er ist kompetent, verfügbar und hat die nötige Unterstützung aus der Bevölkerung“, erklärte Miesen im BRF-Interview.

Friedhelm Wirtz teilt diese Sicht nicht. Alles sei korrekt verlaufen: „Die Situation war die: Wir haben ein Mandat und mehrere Bewerber. Dann haben wir uns darüber ausgetauscht und darüber entschieden. Das war für mich und alle anderen an dem Abend ok so.“ Dass ein Kandidat enttäuscht ist, kann Wirtz verstehen. Nach der Abstimmung für Anita Jost habe es aber keinen Protest gegeben, so Wirtz. Dass Alexander Miesen ihr vorwirft, es fehle ihr die Legitimation, sei aber schon starker Tobak: „Frau Jost ist in den Gemeinderat gewählt worden. Sie ist von der Fraktion für dieses Mandat bestimmt worden. Sie hat sich als Mitglied im Gemeinderat sechs Jahre lang intensiv in diese Materie eingearbeitet.“

Ob Friedhelm Wirtz Alexander Miesen noch überzeugen kann, ist erst einmal unwahrscheinlich. Miesen steht zu seinen Worten: „Ich bin nach meiner Meinung gefragt worden. Und meine Meinung äußere ich. Ganz bestimmt, wenn es um eine so himmelschreiende demokratische Ungerechtigkeit geht.“ Miesen bleibt dabei. Der Wählerwille sei missachtet worden.

Trotz allem will man den Ball jetzt flach halten. Einen Austritt oder Rausschmiss aus der Fraktion der Liste Wirtz soll es nicht geben, versichern beide. Feststeht aber auch, dass dies kein fröhlicher Start in die neue Legislatur ist. „Dass Interna aus einer Fraktionssitzung an die Öffentlichkeit gelangen, ist Neuland. Das hat es noch nie gegeben. Und dass es gleich drei Tage nach der Wahl geschieht, ist heftig. Damit muss ich erst mal umgehen lernen“ so Bürgermeister Friedhelm Wirtz.

Ob intern oder öffentlich – über die Kommunikation und den Umgang mit einer Personalentscheidung wird man in Büllingen wohl noch mal reden müssen.

ge/mz

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3 Kommentare
  1. Josten Dieter

    Das ist doch eine linke Nummer der alten Liste Wirtz, da ist in meinen Augen nichts korrekt verlaufen, Herr Bürgermeister. War ja klar das keiner der alten Oppositionsliste und Mitglieder in dem jetzigen Gemeinderat einen Posten erhält, trotz der vielen Stimmen. Herr Stoffels hat den Posten des ÖSHZ-Präsident mehr als verdient. Hatte er doch schon auf den Wahlversammlungen seine Interesse an den Posten des ÖSHZ-Präsident bekundet.

  2. MARCEL SCHOLZEN eimerscheid

    Die Worte des Herrn Miesen sind Argumente eines typischen Postenjägers. Herr Stoffels ist doch schon Unternehmer und Berater bei Ministerin Weykmans. Will der noch eine dritte Beschäftigung ? Wäre schon sehr übertrieben.

  3. Willy Heuschen

    mit dem Fernglas betrachtet….ist der blaue Himmel dort trüb, wo anderswo der trübe Himmel trotzdem als blau verkauft wird…..Mehrfachjobs und Listendünkel der Parteien…die falschen Vitamine für Politikverdrossenheit..

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