Lontzen: Liste Union verliert absolute Mehrheit

In Lontzen ist die Liste Union mit ihrem Spitzenkandidaten Roger Franssen der große Verlierer der Gemeinderatswahlen. Sie verliert zwei Sitze und damit auch die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Die Zeichen stehen nun auf Blau-Grün.

Roger Franssen im BRF-Interview

Roger Franssen im BRF-Interview (Bild: Simonne Doepgen/BRF)

Zu den Wahlgewinnern gehört die Liste Energie rund um den 38-jährigen Patrick Thevissen. Ein Plus von 300 Stimmen im Vergleich zu den letzten Wahlen 2012 brachte Energie unterm Strich 1.082 Stimmen und einen zusätzlichen Sitz ein. Spitzenkandidat Patrick Thevissen bekam 510 Vorzugsstimmen.

Von einer „grünen Energie“ sprach bereits am frühen Sonntagabend Ecolo-Spitzenkandidat Yannick Heuschen. Er konnte sein persönliches Ergebnis im Vergleich zu 2012 deutlich um 105 Vorzugsstimmen verbessern. Wie auch schon in der vergangenen Legislaturperiode wird Ecolo mit drei Sitzen im Gemeinderat vertreten sein. Dabei war der dritte Sitz auf Messers Schneide: Nur sieben Stimmen weniger und Ecolo hätte einen Sitz abgeben müssen.

Trotzdem sieht man sich bei Ecolo auf der Gewinnerseite: Bei der Wahlparty im Haus Harna standen alle Signale auf Blau-Grün: Sowohl Thevissen, als auch Heuschen können sich gut vorstellen, in Lontzen die neue Mehrheit zu bilden. „Momentan laufen die Gespräche, und unser Vorzugspartner ist momentan nicht die Union“, bestätigte Energie-Spitzenkandidat Thevissen. Die Liste Plus mit Sonja Cloot zieht mit einem Sitz in den Gemeinderat ein.

Die bisherige Mehrheitsformation Union bleibt zwar mit sieben Sitzen stärkste Kraft – doch unterm Strich gab es ein Minus von zwei Sitzen. Auch hier ein knappes Resultat: Nur 18 Stimmen mehr und die Union wäre auf acht Sitze gekommen. Doch jetzt muss sich Roger Franssen einen Partner suchen, möchte er auch weiterhin in Lontzen am Ruder bleiben.

Wahlen 2018: Gemeinde Lontzen – die Zahlen

Simonne Doepgen

Kommentar hinterlassen
3 Kommentare
  1. Manfred Jantz

    Den normalen Wähler wird es sicher sehr stören, wenn der Gewinner der Wahl, nämlich die UNION, nicht an der „Regierung“ beteiligt wird, nur weil sich andere Listen, von denen alle weit hinter der Anzahl von Wählerstimmen für die UNION zurückstehen, sich zusammenschließen wollen. So produziert man Politikverdrossenheit.
    Warum eigentlich werden hier nur die 510 Stimmen von Patrick Thevissen erwähnt? Die Informationslücke kann ich gerne schließen: Roger Franssen von der UNION erhielt 636 Vorzugsstimmen und damit fast 25% mehr als Patrick Thevissen. Ich hoffe doch sehr, dass der Wählerwille, der sehr offensichtlich zum Ausdruck gekommen ist, nicht durch Machtversessenheit ad Absurdum geführt wird.
    Manfred Jantz

  2. Gerd Brüls

    @Manfred Jantz: Ja, das wäre in der Tat sehr schade, wenn dies zu noch mehr Politikverdrossenheit in der Bevölkerung führen würde. Der Grund dafür liegt in diesem Falle aber in meinen Augen darin, dass einige Menschen nicht klar vor Augen haben, was wir gestern gewählt haben. In Belgien gibt es (leider?) keine Bürgermeisterwahlen, sondern Gemeinderatswahlen. Man wählt die Vertreter im Gemeinderat, die sich je nach möglichen Mehrheitskonstellationen auf einen Bürgermeister einigen. Es ist völlig irrelevant, wie viele Vorzugsstimmen ein Kandidat bekommt, dies dient eher nur der internen Orientierung. Entscheidend ist die Anzahl Sitze. Und im Falle Lontzen müssen sich zwei Listen zusammen schließen um eine Mehrheit zu bilden. Diese vertreten dann automatisch die Mehrheit der Bevölkerung, also den aktuellen Wählerwillen.
    Beste Grüße

  3. Manfred Jantz

    Sehr geehrter Herr Brüls,
    was gewählt wurde, ist mir vollkommen klar. Dass aber die von den Wählern zum Sieger erklärte Liste, nämlich die UNION, ca. 15% mehr Wählerstimmen, als die Liste energie erhalten hat, überhaupt nicht in Koalitionsverhandlungen einbezogen wird, ist einfach inakzeptabel.
    Viele Grüße!
    Manfred Jantz

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150