Wahlen 2018: Wahldebatte und Gemeindeporträt Burg-Reuland

In der Gemeinde Burg-Reuland tritt am 14. Oktober nur eine Liste zur Wahl an: die Liste "Aktiv gestalten" der amtierenden Bürgermeisterin. BRF-Chefredakteur Stephan Pesch kann im Vorfeld der Wahl stellvertretend Marion Dhur, Sonja Houscheid und Serge Dollendorf im neuen Fernsehstudio begrüßen. Gesprächsthemen sind unter anderem die geplante Umgehungsstraße N62b, einklassige Schulen oder die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden.

In Burg-Reuland hat der Bürgermeisterwechsel schon stattgefunden. Lange im voraus hatte Joseph Maraite angekündigt, sein Amt weitergeben zu wollen. Ende Januar 2017 wurde seine Nachfolgerin Marion Dhur vereidigt. Die frühere Bankangestellte aus Steffeshausen ist damit die erste Bürgermeisterin in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Vor sechs Jahren hatte sie zum ersten Mal kandidiert. Da holte die Oppositionsliste „Klar!“ noch sechs Sitze – die Mehrheit kam auf sieben. Später verließ Claudine Kalbusch die Oppositionsfraktion – weder sie noch „Klar!“ treten aber diesmal bei den Wahlen an. Es gibt nur eine Liste: mit fünf aktuellen Ratsmitgliedern und acht neuen.

Die überschaubare Zahl von 13 Ratsmitgliedern macht sich an der Einwohnerzahl fest: Insgesamt liegt sie für die Gemeinde Burg-Reuland immer noch knapp unter 4.000 (3.961). 2.875 Wahlberechtigte sind in den Listen eingetragen. Die Gemeinde zählt nicht weniger als 26 Dörfer und Weiler.

N62 und Benzinstraße

Die Nähe zu Luxemburg lässt grüßen: Aus der Gemeinde pendelten im vergangenen Jahr 940 Grenzgänger ins Großherzogtum. Und die vielen Grenzpendler, nicht nur aus der Gemeinde Burg-Reuland, sorgen für Verkehrsprobleme auf der vielbefahrenen N62. Abhilfe soll die geplante Umgehungsstraße schaffen. Immerhin steht die Trasse nun fest – von Neubrück/Hohenbusch bis „Schmiede“, vorbei an Grüfflingen, Thommen und Espeler. Ein 400 Meter langer Viadukt soll das Tal „Am Eulenstein“ überspannen.  Die Gemeinde selbst sitzt nicht am langen Hebel, muss sich aber Kritik von Anwohnern gefallen lassen.

Bei einer anderen Verbindung nach Luxemburg hat sie den Bürgern die Entscheidung überlassen: Im Frühjahr 2016 durften sich die Einwohner von Espeler dazu äußern, ob die sogenannte „Benzinstraße“ wieder für den allgemeinen Straßenverkehr geöffnet werden soll. 118 Personen stimmten mit „Ja“, 40 mit „Nein“. Abschieben der Verantwortung oder direkte Demokratie?

Schule, Sporthalle und Dorfhaus

Ein Großprojekt in der zu Ende gehenden Legislaturperiode: die energetische Sanierung der Paul-Gerardy-Grundschule in Burg-Reuland. Die Kosten lagen letzten Endes bei 2,7 Millionen Euro. Jahrelang hatte die Gemeinde darauf hingearbeitet, die Umsetzung ging dann recht schnell.

Das gilt auch für die Schulsporthalle, gleich nebenan. Für rund zwei Millionen Euro konnte die Sportfläche durch einen Anbau auf 1.200 Quadratmeter erweitert werden – auch hier mit großzügigem Zuschuss der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Wo bislang nur eine Schule in Burg-Reuland dem Sportunterricht folgen konnte, sind es nun alle Schulen der Gemeinde. Und auch die Sportvereine können die neue Infrastruktur nutzen.

In Thommen fand die frühere Schule über das Programm zur Ländlichen Entwicklung eine neue Nutzung: Sie ist zum Dorfhaus umgebaut worden. Auβerdem wurden dort zwei Übergangswohnungen eingerichtet. Solche Initiativen sind, wie die Suche nach Bauland, eine Antwort auf den demographischen Wandel: Die älter werdende Bevölkerung ist eine der großen Herausforderungen.

Infrastruktur

Für die Gemeinde heißt es: Rahmenbedingungen setzen, etwa bei der Infrastruktur, zum Beispiel die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in einem Dorf wie Lascheid. Die gemischte Handwerkszone Grüfflingen-Schirm soll um rund 3,7 Hektar erweitert werden durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft SPI. 15 zusätzliche Gewerbeflächen sollen hier entstehen für ortsansässige Betriebe aus der Gemeinde.

Die politischen Verhältnisse im Gemeindehaus in Thommen sind durch das Auftreten einer einzigen Liste klar wie nie. Der neue Gemeinderat setzt auf interne Prozesse zur Meinungsfindung und auf die Mitarbeit ihrer Bürger: in Gremien wie der örtlichen Kommission für Ländliche Entwicklung oder dem Kommunalen Beratungsausschuss für Raumordnung und Mobilität.

Stephan Pesch

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