Direktvermarktung: Ziegenkäse und Milcheis aus Ondenval

An diesem Samstag eröffnet in der rue Neuve in Malmedy ein Direktvermarktungsladen, in dem zu 99 Prozent regionale Produkte verkauft werden sollen. Fünf Erzeuger aus der Region haben sich zusammengetan.

Die 28-jährige Landwirtin Astrid Bastin-Steffens

Bild: BRF Fernsehen

Eine kleine landwirtschaftliche Idylle: der Hof „Ferme de l’Ondinva“, am Rande von Ondenval in der Gemeinde Weismes gelegen. Das Haupthaus ist das älteste im Dorf und wurde 1780 erbaut, angrenzend Ziegen- und Kuhställe, weiter hinten die neue große Halle für das Vieh.

Fast hundert Kühe, ausschließlich Rot-Bunte, sind hier zuhause, seit kurzem hat der Milchbetrieb das ersehnte Biolabel. Knapp 50 Ziegen, allesamt noch im Stall, warten darauf, in die Natur entlassen zu werden. Chefin im Ziegenstall ist die ungestüme Adeline. Sie ist die erste Ziege, die hier vor acht Monaten geboren wurde, und hat eindeutig das meckernde Sagen.

Die 28-jährige Landwirtin Astrid Bastin-Steffens ist begeisterte Ziegenzüchterin und -halterin. Sie stellt Ziegenkäse von Hand her und Milcheis, das als Erdbeer-, Schokolade- oder Vanilleeis in den Verkauf geht. Zum Ende dieser Woche ist es soweit, dann werden ihre Produkte erstmals in einem Malmedyer Laden verkauft, wo sich regionale Erzeuger als Direktvermarkter zusammengefunden haben.

Die Stadt Malmedy unterstützt das Projekt mit 7.500 Euro im Rahmen der Ländlichen Entwicklung. Weitere 1.250 Euro steuert die Vereinigung „J’aime entreprendre“ bei. Zum Fünferteam gehört auch die Landwirtin aus Ondenval.

Noch vor einem Jahr hatte Astrid Bastin Steffens hochfliegende Pläne: Mehr als 180 Ziegen in der Zucht sollten es werden, ein pädagogischer Bauernhof als Lern- und Tummelplatz für die Kinder und vieles mehr. Aber sie hat erkannt, dass es sinnvoller sein dürfte, nicht zu schnell alles zu wollen und sich zu übernehmen.

Die handwerkliche Herstellung von Ziegen- , Kuhmilchkäse und Eis erfordert viel Zeit und eine Menge Einsatz und Idealismus. Wie geht es dabei der Familie? Ihr Mann besorgt die harten Arbeiten aus dem Hof, die Kinder sind gerade drei und vier Jahre alt.

Astrid Bastin-Steffens kommt aus einer Landwirtschaftsfamilie, die Mutter aus Montenau, wo die deutschsprachigen Wurzeln der jungen Bäuerin liegen. Von Beruf ist sie Erzieherin, aber die Liebe brachte sie zurück zum Bauernhof.

Astrid Bastin-Steffens ist vor allem eines wichtig: dass die Kunden den Wert der regionalen, überwiegend bioorientierten Erzeugung erkennen und Vertrauen gewinnen.

Rudi Schroeder

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Ein Kommentar
  1. Manfred Dahmen

    Gratulation und viel Erfolg

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