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Flugrouten über Brussels Airport: Flämische Regierung macht Interessenkonflikt geltend

23.10.202618:41
  • Brussels Airport
  • Flandern
  • Region Brüssel-Hauptstadt
Tower am Brussels Airport mit Flugzeug vor dem Nachthimmel
Bild: Eric Lalmand/Belga

Im Streit um die Flugrouten über dem Brussels Airport in Zaventem hat die flämische Regierung offiziell einen Interessenkonflikt geltend gemacht. Der Schritt ist eine Reaktion auf einen Vorstoß des föderalen Mobilitätsministers Jean-Luc Crucke, der Anfang des Monats neue Pläne vorgestellt hatte, die zu einer Änderung der Flugrouten führen werden.

Der Streit ist quasi so alt wie die Erfindung des Düsenjets. Seit Jahrzehnten streiten sich vor allem Flandern und die Region Brüssel über die Flugrouten um den Brussels Airport und vor allem über die Verteilung des Fluglärms. Der hatte in einigen Vierteln der Hauptstadt zuletzt aus allerlei praktischen Gründen merklich zugenommen, was den Streit dann neu entfacht hatte.

Bislang ist noch jeder zuständige Föderalminister an einer Neuordnung der Flugrouten gescheitert. Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke wusste also, dass er sich auf vermintes Terrain begab, als er vor einigen Wochen einen Plan vorlegte, der formal nur Änderungen einiger Windnormen vorsieht. Davon dürfte aber vor allem die Hauptstadt profitieren.

Jetzt folgt also die flämische Reaktion, und die fiel wie erwartet aus: "Der Plan von Crucke wird dafür sorgen, dass noch mehr Lärm in Richtung von Flämisch-Brabant verlagert wird", sagte der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele. "Wir fordern Verhandlungen, um die Geräuschbelästigung künftig gerechter zu verteilen."

Indem sie einen Interessenkonflikt geltend macht, sorgt die flämische Regierung jetzt erstmal dafür, dass die Umsetzung des Plans für 60 Tage ausgesetzt wird.

Roger Pint

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