Die Direktion des Pharmariesen GSK Belgien hat auf einer außerordentlichen Betriebsratssitzung am Firmensatz in Wavre den Abbau von 1.200 Stellen angekündigt. Die Gewerkschaften hatten mit 800 Entlassungen gerechnet.
Arbeiter sollen nicht betroffen sein, ihre Zahl wurde in den letzten sechs Jahren bereits deutlich verringert. Die Gewerkschaften haben eine Streikankündigung hinterlegt.
GSK begründet die Entlassungen mit einem weltweiten Umstrukturierungsplan. GSK leidet seit einigen Jahren unter Absatzschwierigkeiten und damit verbundenen Überkapazitäten. In Deutschland, Polen und Großbritannien wurden im Zuge dieses Plans bereits Stellen gestrichen.
Der Pharmariese beschäftigt in Belgien aktuell etwa 8.500 Menschen und ist damit der größte private Arbeitgeber in der Wallonie. Das Unternehmen verfügt über drei große Produktionsstandorte in Wavre, Gembloux und Rixensart. Bis vor einigen Jahren arbeiteten dort noch über 9.000 Menschen.
Politik schaltet sich ein
Premierminister Bart De Wever trifft am Mittwoch Gewerkschaften und Konzernvertreter von GSK. Dabei sind auch der wallonische Ministerpräsident Adrien Dolimont, Wirtschaftsminister David Clarinval und der wallonische Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet.
Laut De Wevers Kabinett versteht der Premier die tiefe Sorge der Betroffenen. Die Regierung werde sie während des gesamten Verfahrens unterstützen. De Wever betonte, Belgien müsse wettbewerbsfähig bleiben und die Pharmabranche im Land halten.
Les Engagés fordern eine rasche interföderale Task Force. Sie soll Entlassungen begrenzen, die Beschäftigten begleiten und die Industrie neu ausrichten. Zudem soll Geld aus dem Europäischen Globalisierungsfonds fließen, wie schon bei Cora.
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