Premierminister Bart De Wever will beim EU-Gipfel nächste Woche den Widerstand Belgiens gegen einen Kompromiss zur europäischen Kapitalmarktunion deutlich machen. Das hat Finanzminister Jan Jambon angekündigt.
Die EU-Finanzminister hatten sich am Freitag in Luxemburg mit Plänen beschäftigt, die bislang stark zersplitterten Kapitalmärkte in Europa stärker zu vereinheitlichen. Die Aufsicht soll dabei die europäische Finanzmarktbehörde ESMA übernehmen, die ihren Sitz in Paris hat.
Belgien kritisiert, dass der nun vereinbarte Kompromiss große Ausnahmen für die Deutsche Börse vorsehen würde. Dadurch entstünden unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen für vergleichbare Marktteilnehmer, warnte Finanzminister Jambon.
Trotz des belgischen Widerstands erhielt der Kompromiss eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten. Eine Einigung mit dem Europäischen Parlament steht allerdings noch aus. Die Staats- und Regierungschefs wollen das Maßnahmenpaket bis Ende des Jahres abschließen.
belga/mh