An einigen Sekundarschulen im Zentrum von Brüssel protestieren am Freitag Schüler gegen die Kürzungen im frankophonen Bildungswesen. Sie schließen damit an die Proteste Anfang der Woche in Lüttich und anderen wallonischen Großstädten an.
In Brüssel verlief der Freitagvormittag größtenteils ruhig. Nur an einer Schule drohte die Lage kurzzeitig außer Kontrolle zu geraten. Die Polizei musste einschreiten.
In Lüttich hat sich die Lage nach den tagelangen Schülerprotesten am Donnerstagabend beruhigt. Die Polizei war den ganzen Donnerstag lang in großer Anzahl präsent, um das Versammlungsverbot durchzusetzen. Insgesamt 76 Personen wurden festgenommen.
Bürgermeister Demeyer hatte verfügt, dass sich nicht mehr als drei Personen gleichzeitig versammeln dürfen. Das Verbot gilt bis kommenden Freitag. In Lüttich war es in dieser Woche zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen bekommen.
Kritik und Verständnis vom Lütticher Bischof
Der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville verurteilte die Gewalt bei den Schülerdemonstrationen der vergangenen Tage aufs Schärfste. Gleichzeitig warnte er davor, die berechtigten Anliegen der jungen Menschen wegen der Auswüchse einer gewalttätigen Minderheit zu übersehen. Delville vertritt die Bischofskonferenz für das katholische Unterrichtswesen in der Französischen und Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Den Lehrkräften, Erziehern und Schulleitungen drückte er seine Verbundenheit aus. Ganz allgemein rief der Lütticher zu Ruhe und Dialog auf. Beispielhaft nannte er Gesten der Verständigung zwischen den Demonstranten und Anliegern, von denen er ebenfalls in den vergangenen Tagen erfahren hatte.
vrt/jp