Es ist wahrscheinlich das, was man von einem Minister erwarten kann nach einem Sommer wie diesem: Versprechen, dass es besser werden soll in Zukunft. Dazu gab es einige Andeutungen zu dem, was die Regierung möglicherweise tun könnte. In der Summe gibt es also wenig Sicherheit, dass es tatsächlich anders und besser wird. Aber der Sommer ist erst gerade vorbei - und Sicherheiten brauchen Zeit.
Und so blieb vieles vage und unbestimmt, was Yves Coppieters am Montagvormittag als Minister für Umwelt und Gesundheit der wallonischen Regierung sagte. Zum Beispiel: "Es ist klar, dass wir die Maßnahmen in Bezug auf Klimawandel und Umwelt beschleunigen müssen. Das ist eine Priorität. Wir müssen ein eigenes Budget dafür einrichten. Auch das ist eine Priorität. Und wir brauchen langfristig wirkende Lösungen." Die Frage ist, ob das umgesetzt werden kann. Geld ist Mangelware, der Sparzwang bekannt. Ein eigenes Budget für Anpassungen an den Klimawandel - das scheint eine schwierige Aufgabe zu werden.
Immerhin hat sich die wallonische Regierung schon darauf festgelegt, was genau sie als Lehren aus dem Hitzesommer und auch dem Brand im Hohen Venn sehr bald besser machen möchte. Sie hat einen Plan ausgearbeitet, der neun Ziele benennt. "Unter anderem", so sagt es Umweltminister Coppieters, "sieht der Plan eine Anpassung an Hitze vor, Präventivmaßnahmen gegen Brände, den Schutz der Schwächsten in der Gesellschaft, aber auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Infrastruktur und ländlichen Gebieten."
Das Überwachen von Bränden einschließlich des Sammelns von Informationen über die Luftqualität soll ebenfalls besser werden. Das sei eine Lehre, die aus dem Vennbrand gezogen werden müsse. Dort seien "elf mobile Mess- und Beobachtungsstationen rund um das Feuer aufgestellt worden, um in Echtzeit Informationen über die Luftqualität zu erhalten und entsprechend die Menschen zu warnen", sagte Coppieters. Von solchen mobilen Mess- und Beobachtungsstationen brauche man mehr.
Immerhin eine konkrete Veränderung, eine Verbesserung sei aufgrund der außergewöhnlichen Umstände in diesem Sommer schon erreicht: nämlich eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der unterschiedlichen politischen Ebenen, zwischen Provinzen, Regionen, Gemeinschaften und föderaler Ebene. Am Anfang habe man sich manchmal gar nicht gekannt. Jetzt sei das anders. "Die Mitarbeiter sprechen miteinander", sagte der Minister. "Es gibt jetzt gemeinsame Protokolle in den Bereichen Gesundheit und Umwelt in Bezug auf die öffentliche Hand. Es gibt auch den Willen, die Bevölkerung besser zu warnen und natürlich soll auch die Prävention überall besser werden."
Es gibt also viel guten Willen und viele Versprechen, dass alles besser wird. Was aus all dem dann letztlich wird, werden spätestens die nächsten Sommer mit den erwarteten Hitzewellen und Brandgefahren zeigen.
Fast 3.000 Menschen durch Hitzewellen gestorben
An den insgesamt drei Hitzewellen in diesem Sommer sind nach Daten von Sciensano fast 3.000 Menschen gestorben. Viele dieser Todesfälle hätten möglicherweise verhindert werden können, so Yves Coppieters. Während der Hitzewellen habe sich gezeigt, dass Gesundheits- und Umweltdaten nicht ausreichend miteinander verknüpft waren, sagte der Minister in der RTBF. Künftig sollen gemeinsame Karten schneller zeigen, wo besonders gefährdete Menschen leben - etwa in städtischen Hitzeinseln und in Gebieten mit hoher sozialer Isolation.
Außerdem soll die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Sozialdiensten, Hausärzten und anderen lokalen Akteuren verbessert werden, so Coppieters weiter. Bei der zweiten Hitzewelle habe es bereits gut funktioniert, sozial isolierte Menschen gezielt zu kontaktieren und ihnen individuelle Ratschläge zu geben.
rtbf/kwa/sh