Der flämische öffentlich-rechtliche Rundfunk VRT hat einen geplanten Auftritt einer mit dem Sender assoziierten Musik- und Tanzgruppe im Freizeitpark Plopsaland abgesagt. Eigentlich hätte die sogenannte "Ketnetband" während des Familientags der N-VA auftreten sollen. Daran hatte es wegen einer möglichen Verletzung der politischen Neutralität des Rundfunks aber Kritik gegeben.
Ursprünglich war die Ketnetband laut Angaben der VRT von Plopsaland selbst gebucht worden für einen Auftritt im Freizeitpark im westflämischen De Panne. Und zwar für den 20. September, an dem die N-VA dort ihren Familientag veranstaltet. Es sei also nicht die Partei gewesen, die die Band angefragt habe.
Nachdem die Zeitung De Morgen über diese Pläne berichtet hatte, regte sich dennoch sehr schnell Kritik, unter anderem vonseiten der Gewerkschaften und aus den Reihen der Opposition. Die sozialistische Gewerkschaft etwa bezeichnete den Vorgang als "unvorstellbar", während die flämischen Grünen von Unvereinbarkeit mit der Pflicht zur politischen Neutralität des Rundfunks sprachen. Das sei ein politisches Geschenk verpackt als Kinderanimation, so ein Groen-Abgeordneter.
Die VRT hielt dennoch zunächst am Auftritt fest und verwies darauf, dass bei der Veranstaltung Familien und Kinder im Mittelpunkt stünden und keine Parteien oder politischen Botschaften und Agendas. In so einem Rahmen sei ein Auftritt der Band zu verantworten, ohne das Neutralitätsgebot zu verletzen.
Nachdem sich aber auch die regionale N-VA-Medienministerin kritisch zu Wort gemeldet hatte, hat die VRT den Auftritt der Ketnetband nun doch annulliert. Bei näherer Prüfung sei man zu der Überzeugung gelangt, dass der Eindruck einer Parteinahme entstehen könne, so die VRT.
Boris Schmidt