Belgien war im letzten Jahr der fünftgrößte Flüssiggas-Importeur in Europa. Allerdings bezieht das Land auch noch Gas in anderer Form und aus anderen Quellen. So liefern etwa Norwegen und Großbritannien Gas per Pipeline über die Nordsee.
Die Blockade der Straße von Hormus nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran hat die Gaspreise dieses Jahr weltweit explodieren lassen. Der Zeitpunkt ist dabei besonders kritisch für Europa. Denn eigentlich sollten die Staaten der Union schon lange dabei sein, ihre Gasvorräte für den Winter aufzufüllen. Aufgrund der stark gestiegenen Preise haben die meisten Länder dafür bisher aber auf Flüssiggas verzichtet.
Belgien soll aber rund 400.000 Tonnen Flüssiggas aus Russland gekauft haben. Dennoch ist auch das deutlich weniger als noch vor einem Jahr. Im Juli 2025 hatte Belgien noch 40 Prozent mehr russisches Flüssiggas eingeführt.
Die Lage für die Europäische Union wird außerdem durch die Entscheidung verkompliziert, dass ab Januar 2027 überhaupt kein russisches Flüssiggas mehr eingeführt werden soll. Seit April gilt zudem bereits ein Verbot, neue kurzfristige Verträge für die Lieferung von russischem Flüssiggas abzuschließen.
Boris Schmidt