Die Militärparade ist dieses Jahr besonders üppig ausgefallen, denn es gab gleich mehrere runde Geburtstage zu feiern: jeweils 80 Jahre belgische Marine und belgische Luftstreitkräfte, auf ziviler Seite auch noch 25 Jahre integrierte Polizei. Außerdem wird ja seit einigen Jahren wieder kräftig in Landesverteidigung und Sicherheit investiert, das sollte dem Volk auch gezeigt werden. Entsprechend gab es bei der Parade historisches, aktuelles und vor allem auch künftiges Militärmaterial zu bestaunen.
Im Mittelpunkt standen dabei "Drohnen, Drohnen, Drohnen", wie der Verteidigungsminister im Vorfeld angekündigt hatte. Nicht nur für den Einsatz in der Luft, sondern auch für den unter Wasser, zum Beispiel zum Unschädlichmachen von Minen. Ebenfalls nicht fehlen durfte der traditionelle Überflug von Flugzeugen und Hubschraubern. Das Highlight: die ersten belgischen F-35-Kampfflugzeuge, eine Premiere für den Nationalfeiertag, außerdem auch noch eine historische Spitfire-Propellermaschine. Ein weiteres ganz wichtiges Element: ein Gedenkmoment an die Opfer der Flutkatastrophe vor fünf Jahren.
Wie jedes Jahr hatte der Nationalfeiertag eigentlich schon am Vorabend begonnen mit dem bekannten Bal National in den Marollen, der dieses Jahr mit rund 19.000 Menschen einen Besucherrekord verzeichnete. Der Startschuss für den eigentlichen Nationalfeiertag war aber das traditionelle Te Deum in der Kathedrale St. Michael und St. Gudula mit der Königsfamilie, den Autoritäten des Landes und insgesamt rund tausend geladenen Gästen.
Schon lange vor Beginn des Gottesdienstes hatten sich Hunderte Fans des Königshauses und Schaulustige vor der Kathedrale versammelt. Und sie wurden nicht enttäuscht: Nach der feierlichen Zeremonie nahmen sich König Philippe, Königin Mathilde, Kronprinzessin Elisabeth, Prinz Gabriel, Prinz Emmanuel und Prinzessin Eleonore ausgiebig Zeit, um mit den wartenden Menschen zu plaudern, zu scherzen, Geschenke entgegenzunehmen und sogar Selfies zu machen. Wobei besonders Kronprinzessin Elisabeth viel Aufmerksamkeit zuteilwurde.
Zeitgleich hatte auch schon das sogenannte "Fest im Park" seine Pforten für die Besucher geöffnet – eine riesige Festmeile zwischen dem Brüsseler Stadtpark und dem Justizpalast an der Place Poelaert mit vielen Aktivitäten für Kinder. Ansonsten nutzten aber auch alle erdenklichen Institutionen und Dienste des Landes die Möglichkeit, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren – mit Infoständen, Mitmachaktionen und vor allem auch viel Technik zum Anfassen und Ausprobieren.
Dienstagabend findet im Marollen-Viertel noch das große Muscheln- und Frittenessen "Resto National" statt. Ab 21 Uhr steigt im Jubelpark die "Belgian Party" mit vielen belgischen Künstlern. Zu sehen ist die Show auch im BRF Fernsehen und hier im Netz auf BRF.be. Um 23 Uhr endet das Programm mit dem traditionellen Feuerwerk.
Boris Schmidt


