Der amerikanische Präsident hatte die europäischen Nato-Verbündeten schon unmittelbar nach seiner Landung in der Türkei erneut scharf angegriffen. Er sei sehr enttäuscht von der Nato, so Trump, weil die Europäer sich geweigert hätten, den Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu unterstützen.
Der US-Präsident erhob auch erneut öffentlich Anspruch auf Grönland. Grönland müsse von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht vom Nato-Land Dänemark, bekräftigte Trump. In der Vergangenheit hatten Trumps Drohungen gegen Dänemark wegen Grönland schon zu sehr großen Spannungen im Bündnis geführt.
Außerdem wirft Trump den Europäern ja auch schon lange vor, zu wenig für Verteidigung auszugeben. Die europäischen Nato-Partner hätten ihre Verteidigungsausgaben im Schnitt bereits um 20 Prozent erhöht, unterstreicht aber Premier De Wever. Belgien gebe für die Landesverteidigung mittlerweile sogar 60 Prozent mehr aus. Damit habe Belgien auch die Nato-Vorgabe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Es sei allerdings richtig, dass in puncto Ausbau der industriellen Basis noch Luft nach oben sei, räumte De Wever ein.
Der Premier mutmaßte auch, dass der Sieg der Roten Teufel gegen die Mannschaft der Vereinigten Staaten im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft die Laune Trumps wohl nicht verbessert habe.
Boris Schmidt