Belgien zeigt sich offen für eine Lockerung des EU-Verbots neuer Benzin- und Dieselautos ab 2035. Klimaminister Jean-Luc Crucke sprach in Luxemburg von einem pragmatischen Ansatz. Die Elektrifizierung bleibe der richtige Weg. Gleichzeitig müsse Europa aber die Wettbewerbsfähigkeit seiner Autoindustrie im Blick behalten.
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Vorgaben für Autobauer zu lockern. Statt einer vollständigen Senkung der Emissionen sollen künftig 90 Prozent reichen. Den Rest könnten die Hersteller etwa mit alternativen Kraftstoffen oder klimafreundlicheren Produktionsverfahren ausgleichen.
Crucke bezeichnete den Vorschlag als Grundlage für weitere Gespräche. Er mahnte jedoch, Hersteller mit hohen Investitionen in Elektroautos nicht zu benachteiligen. Zudem sprach er sich für eine stärkere Förderung kleiner Elektroautos aus.
Der Kompromissvorschlag kam vor allem durch Druck aus Deutschland, das seine schwächelnde Autoindustrie schützen will. Unter den EU-Staaten gibt es bislang keine einheitliche Position.
belga/vk