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Ebola: Belgien lehnt US-Bitte um Einreiseverbot für Kongolesen ab

10.06.202608:0510.06.2026 - 11:15
  • Demokratische Republik Kongo
  • Föderalregierung
  • Fußball-WM
  • USA
Ein Mann hängt ein Banner zur Aufklärung über Ebola auf
Banner zur Aufklärung über Ebola im Lager Kigonze in Bunia im Osten der Demokratischen Republik Kongo (Bild: Glody Murhabazi/AFP)

Von den USA unter Präsident Trump sind wir ja so einiges gewohnt. Jetzt gibt es neuen Stoff: Angeblich haben die USA nämlich Belgien darum gebeten, Menschen aus dem Kongo die Einreise nach Belgien zu verweigern, weil im Osten des Kongo die Krankheit Ebola wieder ausgebrochen ist.

Vor allem die Fußballweltmeisterschaft ist schuld daran, dass sich neue Spannungen zwischen den USA und Europa anbahnen. Die amerikanischen Botschafter in Europa haben nämlich von ihrer Regierung die Anweisung bekommen, die europäischen Länder zu bitten, keine Menschen mehr bei sich einreisen zu lassen aus den Ländern, in denen zurzeit die Ebola-Epidemie ausgebrochen ist.

Das sind zurzeit Uganda und vor allem der Kongo. Die Fußballmannschaft des Kongos hat sich für die WM in den USA qualifiziert. Die Sorge ist nun, dass Fans des Kongo über Europa in die USA reisen, um dort ihre Mannschaft zu unterstützen. Direktflüge zwischen Uganda und dem Kongo nach Europa gibt es zurzeit nur nach Belgien, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.

Die USA ihrerseits haben die direkte Einreise in die USA für Menschen aus dem Kongo bereits gestoppt. Die Bitte, dass Belgien jetzt doch das gleiche tun soll, hat der US-Botschafter in Belgien der Föderalregierung übermittelt.

Bei der Regierung fällt der Antrag allerdings auf keinen fruchtbaren Boden. "Wir richten uns nach der Wissenschaft und wir sprechen uns auch mit unseren europäischen Partnern ab", sagte dazu Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke Mittwochvormittag im Radio der VRT. "Alle europäischen Länder und alle wissenschaftlichen Instanzen sagen zu einem Einreiseverbot: zum jetzigen Zeitpunkt muss man so etwas nicht machen."

Diese Gelassenheit sowohl der Wissenschaft als auch der belgischen Regierung kann Vandenbroucke auch begründen. "Die Wissenschaft sagt zwar, dass Ebola ein sehr tödliches Virus ist, das aber nicht sehr ansteckend ist", so Vandenbroucke. "Ebola bekommt man nicht so einfach wie Covid oder eine Grippe. Das überträgt sich nicht über die Luft. Ebola verbreitet sich über Blut, Ausscheidungen, über sehr engen Kontakt."

Außerdem sei Belgien gut vorbereitet, falls doch jemand aus dem Ebola-Gebiet mit Symptomen in Belgien ankommen würde. Dann nämlich würde diese Person sofort unter Quarantäne gestellt. In Belgien gebe es auch zwei Krankenhäuser, die auf die Behandlung von Ebola spezialisiert seien.

Die Europäische Union und damit auch Belgien würden im Kampf gegen Ebola bereits Hilfsmaßnahmen in den Ebola-Gebieten selbst organisieren. Das ist laut Vandenbroucke zurzeit viel wichtiger und wirkungsvoller, als Einreiseverbote zu verhängen. Statt so etwas von anderen Ländern wie jetzt Belgien zu fordern, sollten sich die USA lieber daran erinnern, dass sie zu einem großen Teil selbst schuld an der Gesundheitskrise im Osten des Kongo und in Uganda trügen.

"Die USA als Land tragen eine riesige Verantwortung für das, was da gerade in Afrika passiert, weil sie die Entwicklungszusammenarbeit und medizinische Hilfe in diesen Ländern drastisch abgebaut haben", sagte Vandenbroucke.

Scharfe Töne von Vandenbroucke in Richtung USA. Doch auch von dort wird schon gedroht: Angeblich wollen die USA ein Einreiseverbot für Menschen aus all den europäischen Ländern verhängen, die der amerikanischen Bitte um Einreiseverbote aus dem Kongo und Uganda nicht nachkommen.

Stand der Dinge jetzt wären auch Belgier davon betroffen. Sie würden Gefahr laufen, bei der Einreise in die USA abgelehnt zu werden. Ob es wirklich so weit kommen wird, bleibt abzuwarten.

Kay Wagner

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