Schon am Freitagvormittag ahnte man, dass die Proteste gegen die Sparmaßnahmen im frankophonen Unterrichtswesen womöglich in eine neue Runde gehen könnten. Am Donnerstag war es am Rande einer Kundgebung in Brüssel zu schweren Ausschreitungen gekommen.
Insgesamt wurden 15 Menschen festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Darunter waren sowohl Minderjährige als auch Erwachsene. 14 Festnahmen erfolgten aus strafrechtlichen Gründen, eine aus administrativen Gründen. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Waffenbesitz, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Widerstand gegen die Polizei und versuchte Brandstiftung. Ein Teil der Erwachsenen soll per Schnellverfahren vor Gericht erscheinen.
Am Freitag kursierten dann plötzlich im Internet neue Protestaufrufe, wonach man sich ab 13 Uhr wieder in der Umgebung des Parlaments der Französischen Gemeinschaft einfinden sollte. Die Polizei hatte daraufhin ihre Präsenz deutlich verstärkt. Dennoch kam es am frühen Nachmittag in der Umgebung des Brüsseler Zentralbahnhofs erneut zu Zusammenstößen zwischen den Ordnungskräften und meist jugendlichen Krawallmachern.
Die Lage drohte zwischenzeitlich sogar außer Kontrolle zu geraten, bis die Demonstranten schließlich mit einem Wasserwerfer auseinandergetrieben wurden. In der Folge lieferten sich die Krawallmacher dann aber ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei, wobei die Stimmung immer wieder zu eskalieren drohte. Die Polizei nahm mehrere Jugendliche vorübergehend fest.
In Namur sind nach Drohungen gegen Schulen und Lehrkräfte am Freitag mindestens zwei Schulen geschlossen geblieben. Die Stadt hatte die Schließungen vorsorglich empfohlen.
Die betroffenen Schulen baten Eltern, ihre Kinder nicht in die Stadt zu schicken. Auch die Stadt sprach eine entsprechende Empfehlung aus. Ein Verbot gab es jedoch nicht. Andere Schulen blieben geöffnet. Dort galten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen mit Unterstützung der Polizei.
rop/vk