Die Gewerkschaften wollten ein kraftvolles Zeichen setzen. Bei den letzten Nationalen Kundgebungen waren jeweils rund 100.000 Menschen durch die Straßen von Brüssel gezogen, um gegen die Politik der Arizona-Koalition zu protestieren, insbesondere gegen die Rentenreform sowie gegen die geplante teilweise Deckelung der Indexierung von Löhnen und Leistungen.
Nur fiel der Warnschuss in Richtung der Regierung am Dienstag doch etwas schwächer aus: Die Zahl der Demonstranten war sichtbar geringer. Die Polizei zählte 40.000 Demonstranten, die Gewerkschaften sprachen ihrerseits von 75.000 Teilnehmern.
Die Gewerkschaften sehen das nach eigenen Worten aber nicht als Rückschlag. "Wir leben nunmal in schwierigen Zeiten und da können sich viele die mit einem Streik verbundenen Gehalteinbußen nicht mehr leisten", sagte Gert Truyens von der liberalen Gewerkschaft CGSLB in der VRT. "Deswegen sollte die Regierung jetzt auch nicht glauben, dass die Protestwelle abebbt. Im Geiste waren viele Mitglieder bei uns. Wir sind jedenfalls zufrieden".
Der Demonstrationszug vom Brüsseler Nordbahnhof zum Midi-Bahnhof verlief weitgehend friedlich. Allerdings wurde das MR-Gebäude trotz großem Polizeiaufgebot zur Zielscheibe vereinzelter Wurfgeschosse.
Es war bereits der sechste Aktionstag der Gewerkschaften innerhalb von 18 Monaten. Da Beschäftigte in zahlreichen Bereichen ihre Arbeit niederlegten, kam es zu Einschränkungen unter anderem im Flugverkehr, im öffentlichen Nahverkehr, in der Verwaltung und im Bildungswesen.
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rop/moko