Mehrere hundert Menschen sind am Dienstagmorgen von den Bahnhöfen in Eupen und Welkenraedt nach Brüssel gefahren, um gegen die Politik der Föderalregierung zu demonstrieren. Dazu aufgerufen haben die drei großen Gewerkschaften.
Laut Susanne Niessen, Gewerkschaftssekretärin der CSC, sind die Vorhaben der Regierung nicht tragbar. "Wir hätten gerne die Devise: Ein Euro ist ein Euro. Ob ich Geld durch Arbeit verdiene – die aktuell sehr stark besteuert wird – oder durch Kapitaleinlagen, also etwa durch Mieten, Börsenspekulationen oder große Kapitalgewinne: Jeder Euro sollte gleich versteuert werden. Dadurch kann die steuerliche Belastung der arbeitenden Bevölkerung verringert werden."
Die Gewerkschaften demonstrieren am Dienstag zum sechsten Mal gegen die Regierungspolitik. Von Demonstrationsmüdigkeit sei jedoch keine Spur zu erkennen, betont Danny Laschet, Generalsekretär der FGTB Verviers-Ostbelgien. "Wir werden so lange weiter streiken, wie es nötig ist – bis die Regierung endlich versteht, dass die Reformen in ihrer jetzigen Form einseitig zulasten derselben Bevölkerungsschicht gehen. Wir werden unseren Protest fortsetzen, bis auch die sogenannten breitesten Schultern ihren gerechten Beitrag zu den Sparmaßnahmen leisten."

Nicht nur in Brüssel, auch in Ostbelgien wird der Streiktag spürbar sein. Vereinzelt sollen Schulen geschlossen bleiben. Genaue Angaben zu Unterrichtsausfällen sind allerdings schwierig, da Lehrkräfte nicht verpflichtet sind, einen Streik im Voraus anzukündigen.
Bei der TEC im Bezirk Lüttich-Verviers fallen am Dienstag rund die Hälfte der Buslinien aus. In Ostbelgien soll zwar keine Linie vollständig gestrichen werden, dennoch kann es zu Beeinträchtigungen kommen, so die zuständige Sprecherin, Isabelle Tasset. Fahrgäste sollten sich deshalb vor Reiseantritt über die App oder die Internetseite der TEC informieren.

dop/dog