Hintergrund für die Befragung im Verteidigungsausschuss ist eine Pano-Reportage der VRT. Diese hatte die Welle von Drohnensichtungen im Oktober und November 2025 kritisch hinterfragt, auch im Zusammenhang mit der Anschaffung von Anti-Drohnen-Technologie.
Sehr viele der über 550 Drohnenmeldungen in Belgien im betreffenden Zeitraum hätten sich nach einer gründlichen Überprüfung als falsch herausgestellt, räumte Verteidigungsminister Theo Francken ein. Aber eben nicht alle.
Der Militärgeheimdienst habe die Meldungen untersucht und sei in 42 Fällen zu dem Schluss gekommen, dass es keine andere Erklärung gebe als die tatsächliche Anwesenheit von Drohnen.
Hundertprozentige Gewissheit gebe es nur, wenn man die Drohnen oder ihre Piloten erwische, so Francken. Aber das sei bekanntermaßen nicht gelungen.
Er finde es außerdem nicht hinnehmbar, wenn die Soldaten, die die Militärbasen bewachten und Drohnen gemeldet hätten, als Fantasten hingestellt würden. Schließlich handele es sich bei diesen Menschen um dafür ausgebildete Profis.
Was die Weitergabe eines angeblichen Drohnenvideos an die Presse betrifft, die sich im Nachhinein als Polizeihubschrauber entpuppte, gab sich Francken reumütig. Allerdings finde er die Hysterie darüber scheinheilig. Verschiedene Dienste hätten zuvor eine Drohne auf dem Video identifiziert.
Der Minister wies auch erneut alle Vorwürfe kategorisch zurück, die Drohnenbedrohung instrumentalisiert zu haben, um den Ankauf von Anti-Drohnen-Technologie voranzutreiben. Der Kauf sei bereits vorher geplant und genehmigt gewesen.
Boris Schmidt