Sonntag, auf den Tag genau vor zehn Jahren, wurde Belgien von Terroranschlägen schwer getroffen. 32 Menschen wurden getötet, 350 wurden verletzt. In Brüssel finden am Sonntag Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Attentate statt.
Eine erste offizielle Zeremonie im Beisein von König Philippe und Königin Mathilde fand um kurz vor acht Uhr in der Abflughalle des Flughafens Zaventem statt. Dort waren am 22. März 2016 zwei Sprengsätze detoniert. Eine Stunde später gab es in der Metrostation Maalbeek einen weiteren Anschlag. Auch dort fand eine Gedenkfeier statt.
Sowohl in Maalbeek als in Zaventem wurde eine Schweigeminute abgehalten. Danach wurden die Namen aller Todesopfer der Anschläge verlesen. Auch Überlebende kamen zu Wort. Sie kritisierten auch einen mangelnden Opferschutz und die fehlende Bereitschaft des Staats, Verantwortung zu übernehmen.
Den Abschluss der Gedenkveranstaltungen zum zehnten Jahrestag der Brüsseler Anschläge bildet am Mittag eine Zeremonie am Denkmal für die Terroropfer in der Nähe des Schuman-Platzes im Brüsseler Europaviertel.
Die Anschläge am 22. März 2016 in Brüssel sind bis heute die blutigsten in der Geschichte des Landes. Insgesamt töteten die islamistischen Selbstmordattentäter in Zaventem und Maelbeek 32 Menschen. Hunderte weitere wurden zum Teil schwerst verletzt und leiden bis heute körperlich und psychisch an den Folgen der Angriffe.
Die Brüsseler Anschläge betten sich außerdem ein in die breite Terrorkampagne des sogenannten Islamischen Staates gegen den Westen. So gehörten die Brüssel-Attentäter zu den gleichen Netzwerken wie die Terrorzelle, die am 15. Januar 2015 in Verviers ausgehoben worden war, und wie die Terrorkommandos, die am 13. November des gleichen Jahres in Paris 130 Menschen ermordet hatten.
Ursprünglich wollten wohl auch die Brüssel-Attentäter in Frankreich zuschlagen. Allerdings fühlten sie sich von den Ermittlungen in Belgien nach den Pariser Anschlägen schließlich so in die Enge getrieben, dass sie überstürzt stattdessen in Brüssel ihre Anschläge verübten.
Nach einem Mammutprozess wurden die überlebenden Terroristen und diverse Helfer Ende 2023 zu langjährigen beziehungsweise lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Einige von ihnen waren zuvor bereits wegen ihrer Beteiligung am Blutbad in Paris zu schweren Strafen verurteilt worden.