Seit Monaten laufen die Gewerkschaften Sturm gegen die Politik der Arizona-Koalition. Bislang hat die Regierung die Proteste aber weitgehend an sich abperlen lassen. CSC, FGTB und CGSLB wenden sich vor allem gegen die Renten- und Arbeitsmarktreform sowie die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Begrenzung der Lohnindexbindung.
Man darf davon ausgehen, dass Finanz- und Pensionsminister Jan Jambon von den Demonstranten an diesem Donnerstag besonders an den Pranger gestellt wird. Jambon hatte die Auswirkungen der Rentenreform insbesondere auf Frauen relativiert und lapidar erklärt, sie müssten sich eben den neuen Zeiten anpassen.
Die Kundgebung dürfte in einigen Sektoren für zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen sorgen. An den Flughäfen von Brüssel und Charleroi wurden für Donnerstag sämtliche Starts abgesagt, am Brussels Airport soll aber immerhin die Hälfte der ankommenden Flüge abgewickelt werden.
In vielen Schulen und auch im öffentlichen Nahverkehr dürfte landesweit nicht viel gehen. Bei der SNCB ist es genau umgekehrt. Es werden sogar zwölf Sonderzüge eingesetzt, um die Demonstranten nach Brüssel zu bringen. Treffpunkt ist der Brüsseler Nordbahnhof: Um 10:30 Uhr wollen sich die Gewerkschaftsbosse dort an die Teilnehmer wenden, ab 11:00 Uhr soll sich dann der Protestzug in Bewegung setzen.
Roger Pint