Die strategischen Ölreserven sind eigentlich ein Erbe aus längst vergangenen Zeiten. Als Reaktion auf die Ölkrise der 1970er Jahre hatte man beschlossen, Notreserven anzulegen, um Engpässen vorzubeugen.
Als Mitglied der Internationalen Energieagentur ist Belgien verpflichtet, Reserven anzulegen, die dem Gesamt-Import von mindestens 90 Tagen entsprechen. 3,5 Millionen Tonnen werden also hierzulande gelagert. Etwas mehr als die Hälfte ist Rohöl, der Rest der Reserve besteht aus verarbeiteten Produkten wie Benzin, Diesel, Heizöl oder Kerosin.
Die Lagerstätten sind so ein bisschen über das ganze Land verteilt. Der Löwenanteil wird in immensen Tanks aufbewahrt, unter anderem in Antwerpen, Lüttich, Gent und Feluy. Verwaltet wird diese Reserve von der Föderalregierung - genau gesagt ist der föderale Energieminister zuständig, aktuell ist das der MR-Politiker Mathieu Bihet.
Der hat nun angekündigt, dass Belgien seine Ölreserven bis auf Weiteres nicht antasten werde. Diese Vorräte seien kein Instrument, um die Preise zu regulieren, begründete Bihet die Entscheidung. Vielmehr sei die Reserve ausdrücklich dafür vorgesehen, im Ernstfall die Versorgungssicherheit zu garantieren. Und dieser Fall stelle sich aktuell nicht.
Roger Pint