Die Einwanderungspolizei ICE wird von Kritikern oft als der "bewaffnete Arm" der Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump bezeichnet. Die Truppe geht äußerst brutal vor; ihr werden zahlreiche Gesetzesübertretungen zur Last gelegt. Und in Minneapolis gab es zuletzt zwei Schusswaffenzwischenfälle, die tödlich endeten und bei denen die Vorgehensweise der ICE-Beamten mindestens Fragen aufwirft.
Die Zeitung Le Soir hat die Liste der öffentlichen Ausschreibungen der US-Grenzpolizei analysiert. Und dabei festgestellt, dass eine 100-prozentige Filiale der wallonischen Waffenschmiede FN Herstal zu den Lieferanten zählt. FN America hat demnach Gewehre vom Typ FN 303 an die Grenzpolizei geliefert, und damit auch an ICE.
Die FN 303 ist eine Waffe mit verminderter Tödlichkeit, wie es im Fachjargon heißt. Zeugen bestätigen offenbar den Einsatz dieser Waffen durch die Einwanderungsbehörden.
Die Wallonie habe keinerlei Lizenz für die Lieferung von Waffen an das US-Heimatschutzministerium oder an ICE erteilt, hieß es aus dem Kabinett des Ministerpräsidenten Adrien Dolimont. Deswegen könne man davon ausgehen, dass die fraglichen Waffen in den USA produziert wurden und das Geschäft unter der alleinigen Verantwortung der amerikanischen FN-Filiale zustande kam, schreibt Le Soir.
Roger Pint