Es ist bereits das 27. Mal seit Januar 2025, dass bei der Bahn gegen die Reformen der Regierung gestreikt wird. Der fünftägige Streik wird den Zähler auf dann 32 Streiktage bringen.
Hintergrund des jüngsten Streiks sind vor allem Pläne des föderalen Mobilitätsministers Jean-Luc-Crucke (Les Engagés), der ein Gesetz von 1926 anpassen lassen will. Sein Gesetzesentwurf sieht vor, dass schon ab Juni keine statutarischen Bediensteten mehr eingestellt werden, sondern Arbeitnehmer nur noch normale Verträge erhalten.
Das würde bedeuten, dass sie nicht mehr verbeamtet werden und eine Reihe von Vorteilen verlieren würden. Zu diesen Vorteilen gehören beispielsweise Sonderregelungen bei Krankheit, mehr Urlaubstage und ein besserer Schutz gegen Entlassung.
Aktuell sind rund 90 Prozent des Personals von SNCB und Infrabel statutarische Bedienstete. Crucke rechtfertigt seine Reformpläne damit, dass die belgische Bahn fitgemacht werden müsse für die anstehende Liberalisierung des Bahnverkehrs ab 2032.
Die Gewerkschaften hingegen pochen darauf, dass statutarische Ernennungen die Qualität der öffentlichen Dienstleistung garantierten, sowohl für die dort arbeitenden Menschen als auch für die Passagiere. Außerdem beklagen die Gewerkschaften, dass die Regierung sie mit den geplanten Reformen schachmatt setzen wolle.
Der Streik hat Sonntagabend um 22 Uhr begonnen. Jeden Tag streikt ein anderer Teil des Personals, sowohl bei der SNCB als auch beim Schienennetzbetreiber Infrabel. Am Montag und Dienstag sollen drei Viertel der IC-Züge fahren und zwei Drittel der L- und S-Züge. Zu den Stoßzeiten werden jedoch deutlich weniger Züge eingesetzt.
Auch bei der wallonischen Nahverkehrsgesellschaft TEC wird diese Woche gestreikt. Im TEC-Bezirk Lüttich-Verviers fallen am Montagvormittag bis zu 80 Prozent der Busse aus. In Charleroi wurden alle Busverbindungen bis auf zwei gestrichen.
Am Freitagabend endet der Arbeitsausstand.
Raum Lüttich-Verviers: Starke Beeinträchtigungen im Busverkehr
schb/sh/km