Belgien ist bereit, einen möglichen Frieden in der Ukraine auch militärisch mitabzusichern. Das hat Premierminister Bart De Wever am Abend nach einem Treffen der sogenannten "Koalition der Willigen" in Paris bestätigt.
Belgien werde Verantwortung übernehmen innerhalb der Koalition und unter anderem Marine- und Luftwaffenkapazitäten in die Ukraine schicken, falls es zu einem Friedensabkommen und Waffenstillstand komme, so De Wever.
Neben Marine- und Luftwaffenkapazitäten ist außerdem auch die Rede von einer Beteiligung der belgischen Landstreitkräfte. Die bilden aktuell bereits ukrainische Soldaten aus, allerdings nicht in der Ukraine selbst. Das soll sich im Rahmen der potenziellen Mission zur Sicherung des Friedens in der Ukraine ändern, dann soll die Ausbildung auch auf ukrainischem Territorium stattfinden.
Premierminister Bart De Wever hat sich auch zufrieden geäußert über Zusagen der Vereinigten Staaten, im Fall eines Friedensabkommens Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu geben. Ohne ein solches schriftliches Engagement der Vereinigten Staaten machten Zusagen europäischer beziehungsweise belgischer militärischer Kapazitäten keinen Sinn, unterstrich De Wever. Das Engagement der USA sei ein Fortschritt, der die NATO vor der Spaltung bewahre. Und genau so eine Spaltung sei ja das Ziel von Russland.
Der Premier warnte in diesem Zusammenhang allerdings auch davor, zu optimistisch zu sein, was die Position der Vereinigten Staaten angeht. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump sei bekannt für plötzliche Kurswechsel.
Boris Schmidt