Genau 414.771 Neuwagen sind laut Febiac im vergangenen Jahr neu zugelassen worden in Belgien. Das sind 7,47 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Und so wenig wie eigentlich nie in den vergangenen 20 Jahren – abgesehen von der Zeit der Covid-Pandemie. Zwischen 2005 und 2020 wurden nie weniger als 476.000 Neuwagen pro Jahr in Belgien verkauft. Da fehlen mittlerweile gut 60.000 Autos, die nicht mehr verkauft werden. Die goldenen Zeiten für die Autohändler scheinen mit Blick auf diese Zahlen zumindest vorläufig vorbei zu sein.
Deutsches Quartett bleibt Spitze
Beim Blick auf die Statistik der Marken, von denen sich die meisten Autos verkaufen, fällt zunächst auf, dass sich an der Spitze nicht sehr viel getan hat. BMW bleibt die beliebteste Automarke in Belgien mit 44.731 verkauften Neuwagen 2025. Platz zwei nimmt weiter VW (38.770 verkaufte Wagen) ein. Auf Platz drei folgt jetzt Mercedes (30.490) vor Audi (28.094). Die beiden Marken haben die Plätze getauscht.
Das Spitzenquartett bilden also weiter die großen deutschen Automarken. Allerdings verzeichnen alle vier auch einen deutlichen Rückgang an Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr: Audi minus 14 Prozent, minus elf Prozent für den Spitzenreiter BMW, minus acht Prozent für VW und minus 3,5 Prozent für Mercedes.
Französisches Trio folgt
Als Gewinner des vergangenen Jahres können sich grob gesehen die französischen Autohersteller fühlen. Dacia (25.673), das ja zu Renault gehört, behauptet Platz fünf vom vergangenen Jahr und legt um fünf Prozent zu. Um gut sieben Prozent steigert Renault (25.292) seine Verkaufszahlen und um neun Prozent sogar Peugeot (23.837). Damit folgt auf das deutsche Quartett an der Spitze ein französisches Trio auf den Plätzen fünf bis sieben. Und sogar Citroen (12.171) auf Platz 14 des Rankings legt immerhin noch um 0,43 Prozent leicht zu.
Größter Einbruch bei Tesla
Toyota (18.829) auf Platz acht hat dagegen einen großen Einbruch erlebt mit minus 20 Prozent. Noch stärker eingebrochen sind allerdings Volvo (16.394, Platz 10) mit minus 32 Prozent und vor allem Tesla (9.933, Platz 15), wo der Verkauf sogar um 53 Prozent zurückging. Das umstrittene Engagement von Tesla-Inhaber Elon Musk in der Regierung von US-Präsident Trump hat bei diesem Einbruch mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Rolle gespielt und nachhaltige Spuren auf dem belgischen Automarkt hinterlassen.
MG der beliebteste "Chinese"
Profitieren davon konnten zum Teil zumindest die zahlreichen Hersteller von E-Autos aus China. Sie haben sich mittlerweile auf dem belgischen Automarkt eingerichtet. Von den rund zehn Prozent Marktanteil wie zum Beispiel in Spanien sind sie zwar in Belgien mit zwischen drei und 4,5 Prozent – je nach Berechnung - noch deutlich entfernt. Aber die Verkaufszahlen steigen auch hier.
Spitzenreiter in Belgien ist MG – eigentlich ja eine britische Marke, die aber seit 2005 einem chinesischen Unternehmen gehört, das seit vier Jahren auch eigene E-Autos unter der Marke MG verkauft. 5.973 Mal hat MG das in Belgien vergangenes Jahr geschafft. Ein Zuwachs von 40 Prozent bedeutet Platz 19 im belgischen Ranking.
BYD mit kräftigem Zuwachs
Auf Platz zwei der chinesischen Hersteller schafft es BYD. 4.361 verkaufte Autos bedeuten einen Zuwachs von fast 75 Prozent und Platz 22 in der Tabelle der meist verkaufen Neuwagen in Belgien 2025.
Kay Wagner