Der verurteilte Terrorist Nizar Trabelsi möchte in Afghanistan leben und hat die Föderalregierung um Unterstützung gebeten.
Parallel dazu versuchen seine Anwälte, seine Verurteilung wegen Terrorismus anzufechten. Das sagte der 55-jährige Tunesier in einem Interview mit der Zeitung Het Nieuwsblad.
Trabelsi war 2003 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen Anschlag auf den Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel geplant hatte. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er 2013 an die USA ausgeliefert, wo ihn ein weiterer Prozess erwartete. Zehn Jahre später wurde er dort schließlich freigesprochen und kehrte im August 2025 nach Belgien zurück. Er wurde in einem geschlossenen Abschiebezentrum untergebracht. Mehrere Gerichte ordneten seine Freilassung an, dagegen legte Asylministerin Anneleen Van Bossuyt Berufung ein und unterlag. Im Oktober kam Trabelsi frei.
Von Bossuyt will ihn in seine Heimat Tunesien abschieben. Stattdessen schlug Trabelsi vor, nach Afghanistan auszureisen, wo er bereits ein Haus gekauft habe. Dazu müssten die belgischen Behörden allerdings Kontakt zu den Taliban aufnehmen, um die erforderlichen Papiere zu erhalten.
belga/sh