De Croo kein Freund von Aufnahme russischer Deserteure

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) möchte nicht, dass Europa Russen aufnimmt, die vor der Mobilisierung flüchten. Europa solle eine gemeinsame Position einnehmen.

Premier De Croo (Bild: Kenzo Tribouillard/AFP)

Premier De Croo (Bild: Kenzo Tribouillard/AFP)

Aus belgischer Sicht betrachte er das aber mit einer gewissen Skepsis, sagte De Croo am Sonntagmorgen im VRT-Fernsehen. Man könne nicht allen Russen, die den Dienst verweigern oder mit dem Regime nicht einverstanden sind, sagen, sie sollen nach Europa kommen.

Derzeit stelle Belgien so gut wie keine Visa für Russen aus, und das solle auch so bleiben, so der Premier.

Seitdem Kremlchef Putin Anfang der Woche eine Teilmobilmachung des Militärs angekündigt hat, versuchen viele Russen, mit dem Flugzeug oder dem Auto aus dem Land zu fliehen.

Am Montag treffen sich die EU-Botschafter, um darüber zu beraten, wie mit dem Problem der flüchtenden Russen umgegangen werden soll. Die Meinungen sind dabei geteilt: Tschechien und die baltischen Staaten sind nicht bereit, russische Deserteure aufzunehmen. Deutschland hingegen wohl.

belga/vk

7 Kommentare
  1. Peter Schallenberg

    Warum wirft Herr de Croo Leute, die nicht mit dem Regime einverstanden sind und Deserteure in einen Topf? Ersteren wird nicht viel passieren, solange sie ihren Mund halten, bei zweiteren besteht Gefahr für Leib und Leben, Gefängnis, Misshandlung.

    Herr de Croo hat Angst vor der Verantwortung und duckt sich deshalb hinter Europa (gemeint ist wohl die so genannte „EU“) weg.

  2. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Welch eine emotionale Verblendung ! Die Ablehnung russischer Deserteure beruht nicht auf objektiven Kriterien sondern ausschließlich auf der Abneigung gegen alles russische.

    Während es kein Problem ist, viele ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, ist es anscheinend ein großes Problem, russische Deserteure aufzunehmen, die wirklich in Gefahr sind. Hier wird wieder ein nicht zu rechfertigender Unterschied gemacht genau wie zwischen ukrainischen und nicht-ukrainischen Kriegsflüchtlingen.

  3. Anja Wotschke

    Flüchtlinge nicht gleich Flüchtlinge. Bei Syrern überwiegend Männer im kampffähigen Alter, bei den Ukrainer überwiegend Senioren, Mütter mit ihren Kindern, Frauen und bei den russischen Desserteuren wohl wieder überwiegend Männer die halt nicht als Kanonenfutter herhalten wollen und dann gibt’s wiederum die Wirtschaftsflüchtlinge welche hoffen in Europa ein besseres Leben zu haben als wie dort wo sie her kommen…

  4. Voigt Christian

    Herr Scholzen,
    Ich entnehme Ihrem Kommentar dass die Ukrainer nicht gefährdet sind, Oder wie soll man diesen Ausschnitt verstehen? (russische Deserteure aufzunehmen, die wirklich in Gefahr sind.)

  5. Peter Mertens

    Ich gebe Herrn DeCroo Recht, die meisten die jetzt einberufen werden haben sich nie für den Krieg interessiert, haben ihn akzeptiert, nichts unternommen.
    Jetzt wo sie selbst betroffen sind, sollen wir helfen, bisher war ihnen der Krieg egal,
    solange der Krieg nur weit weg war. Ohne Putins Mobilmachung hätten sie den Krieg weiter stillschweigend geduldet, mit ihren Steuern finanziert oder sogar offen unterstützt.

  6. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Herr Voigt.

    Natürlich sind Ukrainer in Gefahr.

    Herr Mertens.

    Ohne Unterschied sollte man jedem helfen, der in Not ist.Ein geflüchteter Deserteur ist genau so in Gefahr wie die ukrainische Bevölkerung.

    Versetzen Sie sich doch mal in die Lage von Piotr-Normalrusse.Wie soll so einer Widerstand leisten ? In Russland ist es nicht wie hier.Wer dort aufbegehrt, kommt ins Gefängnis.Die meisten sind froh, in Ruhe gelassen zu werden.

    Wie würden Sie reagieren, wenn Sie einen Einberufungsbefehl bekämen ? Weglaufen oder dem Befehl befolgen ?

    Eigentlich hatte ich Putin für schlauer gehalten.Durch die Einberufung von Reservisten hat er für viel Unruhe im Volk gesorgt.Das kann ihm zum Verhängnis werden.Er hätte besser ausländische Söldner engagiert.In Afrika gibt es ein Riesenpotenzial.Die kommen gerne für ein paar Dollars.

  7. Norbert Schleck

    Es gibt noch einen anderen Aspekt.
    Indem wir Russen, die entweder schon einen Einberufungsbefehl erhalten haben oder die von der Front desertieren, aufnehmen und korrekt behandeln, das auch noch kommunizieren, üben wir einen zersetzenden Einfluss auf die dortige Meinung aus.
    Wenn sie fürchten müssen, abgewiesen zu werden, mit den entsprechenden Konsequenzen, werden sie wohl oder über Kriegsdienst leisten.
    Putin hat das entsprechende Dekret mit Strafen für Fahnenflucht gerade erst drastisch verschärft. Man sieht das dort also durchaus als ernstzunehmendes Problem.