Brüssel-Attentäter wollten ursprünglich Anschlag in Paris verüben

Die islamistischen Terroristen, die am 22. März 2016 die Anschläge in Brüssel verübt haben, wollten ursprünglich beim Eröffnungsspiel der Fußball-EM im Stade de France in Paris zuschlagen. Das berichten der private flämische Fernsehsender VTM Nieuws und die Zeitung Het Laatste Nieuws nach Einsicht in die Anklageschrift für den Prozess.

Eröffnungsspiel der EM 2016: Frankreich - Rumänien im Stade de France (Bild: Franck Fife/AFP)

Eröffnungsspiel der EM 2016: Frankreich - Rumänien im Stade de France (Bild: Franck Fife/AFP)

Beim ersten Spiel der EM 2016 zwischen Gastgeber Frankreich und Rumänien am 10. Juni 2016 waren rund 75.000 Menschen im Stade de France in Paris anwesend, inklusive Staatspräsident François Hollande.

Sichergestellte Datenträger mit Gesprächen zwischen den Mitgliedern der Brüsseler Terrorzelle belegen jedoch, dass sie nach der Verhaftung von Salah Abdeslam am 18. März 2016 in Panik gerieten. Aus Furcht, entdeckt und verhaftet zu werden, bevor sie ihren mörderischen Plan in Paris ausführen konnten, zog das Terrorkommando seine Mission eiligst vor und suchte sich Ausweichziele.

Neben dem Flughafen in Zaventem und der Brüsseler Metro, wo die Islamisten schließlich zuschlugen und insgesamt 32 Menschen ermordeten, sollen auch noch zahlreiche weitere mögliche Ziele diskutiert worden sein. Auch das gehe aus den sichergestellten Daten hervor.

Neben anderen Zielen im Ausland sollen auch weitere Einsatzorte in Belgien selbst darunter gewesen sein. So hätten die Terroristen unter anderem nach Informationen über Kernkraftwerke gesucht, über den Antwerpener Hafen, die Militärkaserne in Flawinne bei Namur und über die Amtswohnung des Premierministers.

Die föderale Staatsanwaltschaft hat das Durchsickern der Informationen derweil verurteilt.

Boris Schmidt