Föderalregierung: Versorgung mit Gas in Belgien nicht in Gefahr

Nach der Ausrufung der Gas-Alarmstufe in Deutschland zeigt sich die Föderalregierung für Belgien nicht besorgt. Sowohl Premierminister Alexander De Croo als auch Energieministerin Tinne Van der Straeten versichern, dass es genug Gas gebe, um den nationalen Bedarf zu decken.

LNG-Terminal in Zeebrugge

LNG-Terminal in Zeebrugge (Bild: Kurt Desplenter/Belga)

Dass die Firmen und auch die Bevölkerung in Deutschland dazu aufgerufen seien, weniger Gas zu verbrauchen, werde keine oder nur geringe direkte Auswirkungen auf Belgien haben, so De Croo.

Belgien habe aktuell eigentlich sogar mehr Gasvorräte als üblich, erläuterte der Premier vor dem Beginn des EU-Gipfels am Nachmittag. Man liege sogar vor dem Zeitplan.

Außerdem ist es auch so, dass Belgien dreieinhalb mal so viel Gas ins Ausland ausführt, wie es selbst verbraucht. Vor allem Deutschland wird über das LNG-Terminal in Zeebrugge versorgt.

Die Auswirkungen der russischen Drosselung der Gasströme lege den Finger aber in eine viel breitere Wunde, so De Croo. Es gebe Länder in Europa wie Deutschland, die sehr stark von russischem Gas abhängig seien.

Wenn deren Wirtschaft lahmgelegt werde, dann habe das enorme Auswirkungen auf den Rest Europas. Deshalb müsse die Union jetzt endlich in puncto Energieversorgung an einem Strang ziehen, um größeren Schaden abzuwenden.

Die Energieministerin reagierte auf den deutschen Gas-Alarm derweil mit der Ankündigung eines belgischen Notfallplans für die Wirtschaft bis zum Winter. Der Notfallplan werde garantieren, dass belgische Familien immer genug Gas zum Heizen haben würden, so Van der Straeten vor der Kammer.

Boris Schmidt

Ein Kommentar
  1. Heike De Bruecker

    Premier De Cro sagt, belgische Gasspeicher seien gut befüllt. Wieso dann ein Notfallplan , für den Winter?